Interview mit Quentin Tarantino "Ich habe Glück"

Quentin Tarantino (links) und sein Hauptdarsteller Jamie Foxx bei der Aftershow Party zu ihrem neuen Film "Django Unchained" in Berlin.

(Foto: Getty Images for Sony Pictures)

Er hat ein Faible für unkonventionelle Erzählstrukturen, doch dass die Nibelungensaga eine gute Vorlage für seinen neuen Western "Django Unchained" abgeben könnte, hat auch Quentin Tarantino überrascht. Ein Gespräch über die Berufsauffassung von Regisseuren, die große Liebe und Glück im Leben.

Von Martin Wittmann

Quentin Tarantino, 49, US-Regisseur, greift in seinem neuen Film, dem Western "Django Unchained" auf die Nibelungensage zurück. "Ich habe anfangs noch gar nicht daran gedacht. Ich schreibe, schreibe, schreibe also, und irgendwann haben sie den 'Ring' in der Oper in Los Angeles gezeigt, und Christoph Waltz hat mich mitgenommen. Nach und nach habe ich dort die Parallelen zwischen der Siegfried-Geschichte und der Django-Geschichte erkannt. Ich dachte, mein Gott, das könnte klappen"', sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Zu seiner weiteren Zukunft sagte Tarantino, dass er lieber zehn Filme machen wolle, die alle gut sind, bevor er 20 mache, von denen drei schlecht sind. "Das ist absolut und komplett meine Philosophie. Es gibt genug Regisseure, die einfach mal so einen Film raushauen. Das kann auch gutgehen. Generell finde ich aber, dass manche ihre Filme aus den falschen Gründen machen. Ich habe da Glück. Ich muss nicht Filme machen, um für meinen Lifestyle zu zahlen", sagte der Filmemacher.

Andere Regisseure müssten arbeiten, um ihren Pool oder die Schule ihrer Kinder zu finanzieren oder Alimente für drei Ex-Frauen zu zahlen. Er widme sich lieber voll und ganz seinem Job. "Das Größte, das Allergrößte im Leben ist es, dafür bezahlt zu werden, das zu tun, was man am liebsten macht. Ein Auskommen von der eigenen Leidenschaft zu haben. Jeder, dem das gelingt, ist einfach ein lucky son of a bitch", sagte Tarantino, der aber nicht ausschließen will, doch irgendwann einmal eine Familie zu haben. "Wenn ich mich in jemanden verlieben sollte, wenn ich es ohne diesen jemand nicht mehr aushalten sollte, kann ich mir auch vorstellen, zu heiraten".

"Django Unchained" startet am Donnerstag in den deutschen Kinos. Django, gespielt von Jamie Foxx, spielt in dem Film einen von einem deutschen Kopfgeldjäger (Christoph Waltz) befreiten Sklaven, der seine Frau Broomhilda den Fängen eines Großgrundbesitzers entreißen will.

Das gesamte Interview mit Tarantino lesen Sie in der Freitags-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.