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Tarantino in Berlin - "Django Unchained":Es ist wieder Zeit für einen Rachefeldzug

Oscar-Preisträger Jamie Foxx, Samuel L. Jackson und Christoph Waltz albern auf dem roten Teppich herum, dabei geht es um die ganz großen Gefühle und auch um viel Blut: Kult-Regisseur Quentin Tarantino hat seinen neuen Film in Berlin vorgestellt. In "Django Unchained" rechnet er mit der Sklaverei ab.

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Tarantino, 'Django Unchained' Berlin Premiere

Quelle: Getty Images for Sony Pictures

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Oscar-Preisträger Jamie Foxx, Samuel L. Jackson und Christoph Waltz albern auf dem roten Teppich herum, dabei geht es um die ganz großen Gefühle und auch um viel Blut: Kult-Regisseur Quentin Tarantino hat seinen neuen Film in Berlin vorgestellt. In "Django Unchained" dreht sich mal wieder alles um einen großen Rachefeldzug.

Da ist er, gewohnt lässig, in Lederjacke: Star-Regisseur Quentin Tarantino auf dem roten Teppich in Berlin. Am Dienstag Abend feierte der 49-Jährige die Deutschland-Premiere seines neuen Films "Django Unchained". 

In Deutschland kommt der Film am 17. Januar in die Kinos. In Tarantinos Heimatland USA lief er bereits an Weihnachten an und wurde für fünf Golden Globes nominiert. "Django Unchained" kann sich zustätzlich berechtigte Hoffnungen auf eine Oscar-Nominierung machen, so die Kritiker.

'Django Unchained' Berlin Premiere

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Der fast dreistündige Western erzählt die Geschichte des Sklaven Django, gespielt von Jamie Foxx, der ...

'Django Unchained' Berlin Premiere

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... an den deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz, im Bild) gerät, der ihn befreit. Django soll im Gegenzug Schultz helfen, die Verbrecher Big John (M.C. Gainey), Ellis (Tom Savini) und Roger Brittle (Cooper Huckabee) aufzuspüren.

Weil nicht nur Django von den drei Verbrechern gefoltert wurde, sondern auch seine Frau Broomhilda vergewaltigt wurde, hat er sich die Gesichter eingeprägt und soll sie identifizieren. 

'Django Unchained' Berlin Premiere

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Auf dem Weg zu ihrem Ziel wird Django unter Schultz' Patenschaft selbst ein gefürchteter Verbrecherjäger. Er bittet Schultz, ihm bei der Suche nach seiner Frau Broomhilda (Kerry Washington, im Bild) zu helfen. 

Die Spur führt das ungleiche Duo zur Farm des Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), der, unterstützt von dem verschlagenen Haussklaven Stephen (Samuel L. Jackson) und dem sadistischen Billy Crash (Walton Goggins), seine Sklaven zu brutalen Kämpfen auf Leben und Tod antreten lässt.

Schon in "Kill Bill" hatte Tarantino seine Hauptdarstellerin auf einen Rachefeldzug geschickt: Uma Thurman rächte sich damals auf überaus blutige Weise an ihrem Ex-Mann.

Quentin Tarantino, Django Unchained

Quelle: AFP

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Tarantino, der die Geschichte nach eigenen Angaben seit mehr als zehn Jahren im Kopf hatte, schrieb das Drehbuch Christoph Waltz auf den Leib. Mit ihm hatte der US-Regisseur zuvor in "Inglorious Basterds" zusammengearbeitet, der Österreicher bekam für seine Darstellung des SS-Manns Hans Landa einen Oscar. Waltz bedankte sich daraufhin bei Tarantino: "Es fängt alles bei ihm an und hört alles bei ihm auf."

Der Regisseur, hier im Bild mit den Hauptdarstellern seinen Films (von links: Samuel L. Jackson, Kerry Washington, Jamie Foxx und Christoph Waltz), erzählt, dass die Anforderungen für einen Schauspieler, in einem seiner Filme mitzuspielen, relativ niedrig seien. Es müssten nur zwei Punkte erfüllt werden: "Ich muss dich mögen und du musst am Leben sein", so Tarantino.

'Django Unchained' Berlin Premiere

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Doch auch heute haben es Schwarze zwischen Weißen, selbst im 21. Jahrhundert noch immer nicht leicht, wie Samuel L. Jackson, der Zeitschrift GQ sagte. Selbst in Hollywood gebe es anhaltenden Rassismus, bedauerte der 64-jährige Schauspieler: "Sie suchen täglich nach dem neuen Brad Pitt oder dem neuen George Clooney. Aber nicht nach dem neuen Jamie Foxx."

Hollywood versuche immer noch, bei der Rollenbesetzung Schwarze gegeneinander auszuspielen, sagte Jackson dem Magazin. Es gebe eine "schwarze Liste", auf der Denzel Washington ("Philadelphia", "Malcolm X") ganz oben stehe. "Ich übernahm früher oft Rollen, die für Denzel geschrieben waren und die er aus Zeitgründen nicht annehmen konnte."

Ein dunkelhäutiger Schauspieler müsse für den Erfolg in Hollywood einiges aushalten können, etwa dass sein Charakter "auf Seite 30 des Skripts erschossen wird. Oder schon auf Seite 15". Einige seiner Kollegen seien über diesen Zustand mit der Zeit verbittert gewesen. "Ich nicht", sagte Jackson. 

'Django Unchained' Berlin Photocall

Quelle: Getty Images for Sony Pictures

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Für ihre Rolle der von deutschstämmigen Plantagenbesitzern gehaltenen Sklavin Broomhilda musste Schauspielerin Kerry Washington Deutsch lernen. Christoph Waltz half seiner Kollegin dabei. "Ich hatte den attraktivsten und coolsten Deutschlehrer überhaupt", sagte Washington mit Blick auf Waltz. Bei der Deutschlandpremiere gab es dafür ein Küsschen.

© Süddeutsche.de/jst/rela/rus

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