Pop Zurück in die Zukunft

"Ja, Panik" stellen ihre Bandbiografie vor

Von Martin Pfnür

Das viel zu selten genutzte Futur II ist so etwas wie der Paradiesvogel unter den Zeitformen, vereinigt es doch Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen in sich. Wie schön also, wenn eine blitzgescheite Band wie Ja, Panik, die es bereits vor Jahren aus dem Burgenländischen über Wien nach Berlin verschlagen hat, das Futur II nun zu neuen Ehren kommen lässt, indem sie ihre Biografie mit der sperrigen Zeitform überschreibt.

"Futur II - Die Gruppe Ja, Panik" (Verbrecher Verlag) ist ebenso sehr Blick zurück wie Blick nach vorn. "Sich zu erinnern und dadurch eine Zukunft zu verorten, die wir uns die letzten beiden Jahre so schwer ausmalen konnten", das sei wohl Anlass für dieses Buch gewesen, schreibt Sänger und Texter Andreas Spechtl, der seine Zweifel am Fortbestand der Band nicht verhehlt.

Angelegt ist diese kurzweilige, da immer klug, oft wütend, nicht selten auch schreiend komisch erzählte Biografie als eine Art Experiment. So vergraben sich Schlagzeuger Sebastian Janata und Bassist Stefan Pabst in die Ja, Panik-Archive in Wien und Berlin, während Keyboarderin Laura Landergott ausgestiegene Bandmitglieder und Wegbegleiter interviewt. Die Resultate der Recherchen (E-Mails, Fotos, Statistiken) landen wiederum bei Spechtl, dem sie als Rückblicks-Inspiration dienen.

Als Ergebnis steht ein buntes, gerne abschweifendes Allerlei, das tiefe Einblicke in das Innenleben einer Band gewährt, indem es von der unbeschwerten Euphorie der frühen Jahre, den prekären Lebensverhältnissen als Musiker, oder dem Zwiespalt zwischen Anti-Haltung und der Realität des durchgetakteten Musikgeschäfts erzählt. Kein Zweifel, diese Band wird einmal eine große gewesen sein.

Ja, Panik: Futur II, Donnerstag, 10. November, 20.30 Uhr, Milla, Holzstr. 28