LiteraturDas sind die wichtigsten Bücher des Frühjahrs

Paul Auster, Hanya Yanagihara, Fatma Aydemir: Über diese Bücher spricht man jetzt. Ein Überblick zu Beginn der Leipziger Buchmesse.

Paul Auster: 4 3 2 1

Bei Paul Austers Bildungsroman mit dem zunächst recht rätselhaften Titel "4 3 2 1" handelt es sich nicht nur um einen Lebenslauf, den sein 1947 geborener Protagonist Archie Ferguson hinter sich zu bringen hat, sondern gleich um vier, die sich je alternativ an bestimmten Weggabelungen auftun. Darin aber, dass der Leser dieses Prinzip so spät begreift, offenbart sich das strukturelle Problem des Buchs: Die Alternativen sind gar keine. Alle vier möglichen Biografien haben so große Ähnlichkeit miteinander, dass man sie als eine einzige Erzählung wahrnimmt. Und diese Erzählung erkennt man unschwer als die Geschichte von Auster selbst. Immerhin hat dieses etwas steife Panorama den Vorzug, fühlbar zu machen, dass Amerika vor fünfzig Jahren schon einmal ziemlich genau an demselben Punkt angelangt war wie heute: im Inneren zerrissen bis an den Rand des Bürgerkriegs, im Äußeren festgenagelt auf eine Ostasien-Politik, die, bei aller Aggressivität, das eigene Interesse aus den Augen verliert.

Lesen Sie hier die vollständige Rezension von Burkhard Müller.

Bild: Rowohlt Verlag 22. März 2017, 08:302017-03-22 08:30:08 © SZ.de/luch/smb