70 Jahre Pippi Langstrumpf Das unsterblichste Mädchen der Welt

Da staunt sogar Herr Nilsson und Pippi wundert sich: Affen gewinnen beim Seilziehen gegen Sportler-Menschen - und gegen das stärkste Mädchen der Welt.

(Foto: Szenenfoto/dpa)

Stärke, Mut und Hilfsbereitschaft: In Pippi Langstrumpf vereinigen sich so viele positive Eigenschaften, dass die Figur unsterblich geworden ist. 70 Jahre nachdem sie von Astrid Lindgren erfunden wurde, wird sie in Schweden jetzt groß gefeiert.

Es ist noch nicht ganz 70 Jahre her, dass das erste Pippi-Langstrumpf-Buch in dem Verlag Rabén & Sjögren erschien, das war am 26. November 1945.

Schweden feiert aber schon jetzt: Der Verlag begeht das Jubiläum am 21. Mai, an diesem Tag des Jahres 1944 schenkte Autorin Astrid Lindgren ihrer Tochter Karin zum Geburtstag das erste Manuskript der Geschichte über das sommersprossigste und stärkste Mädchen der Welt.

Karin ist es überhaupt zu verdanken, dass es die rothaarige Göre Pippi überhaupt gibt. Im Alter von sieben Jahren lag sie Anfang der 1940er Jahre krank im Bett. Sie bedrängte die Mutter, sie solle ihr etwas vorlesen oder erzählen. "Was soll ich denn erzählen?", fragte Astrid und Karin antwortete: "Erzähl von Pippi Langstrumpf!". Der Name sei ihr einfach so eingefallen", sagt Karin Nyman heute, inzwischen 81 Jahre alt.

Astrid Lindgren ließ ihre Phantasie spielen, machte das Mädchen mit den abstehenden Zöpfen zu einer Abenteurerin, bald kamen die Meerkatze Herr Nilsson und die Nachbarskinder Annika und Tommy hinzu. Sie erzählte vom hohlen Baum, in dem Pippi Limonade versteckt, von der Villa Kunterbunt, in der sie ohne Eltern lebt und vom schwarz-weißen Pferd auf der Veranda.

Nach der Veröffentlichung des Pippi-Langstrumpf-Buches durch Rabén & Sjögren sollte es die Kinderzimmer revolutionieren. Bis heute ist Pippi Langstrumpf in 70 Sprachen übersetzt und weltweit in 60 Millionen Exemplaren verkauft worden.

Genauso beliebt wie die Bücher wurden in Deutschland die Filme mit Inger Nilsson in der Rolle der Pippi.

Zum Jubiläum gibt es Sonderausgaben und Geburtstagsfeiern zu Ehren der Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf - so ihr vollständiger Name.

Der Hamburger Verleger Friedrich Oetinger brachte das Buch 1949 in deutscher Sprache heraus. In der DDR erschien es allerdings erst 1975.

Am Anfang wurde die widerspenstige Pippi noch oft kritisiert: Ein Mädchen, das nicht in die Schule geht, Pippi und Annika mit Lügengeschichten unterhält und stets frech ist, war für die Erwachsenen der Zeit noch nicht akzeptabel. Die Kinder liebten Pippi aber von Anfang an: ihren Humor und ihr großes Herz, ihre Schlagfertigkeit, ihre Hilfsbereitschaft und ihren Mut, Schwächere in Schutz zu nehmen.