"Im Labyrinth des Schweigens" Auschwitz-Drama im Oscar-Rennen

Akten über Akten: Alexander Fehling als junger Staatsanwalt in einer Szene des Films "Im Labyrinth des Schweigens".

(Foto: dpa)
  • "Im Labyrinth des Schweigens" steht für Deutschland in der Vorauswahl für den Oscar.
  • Der Favorit "Victoria" von Sebastian Schipper ist damit raus.

Das Drama "Im Labyrinth des Schweigens" über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse wird von der deutschen Filmbranche für den Auslands-Oscar vorgeschlagen. "Regisseur Giulio Ricciarelli und seinem Team gelingt in seinem gewissenhaft recherchierten Debütfilm ein spannendes und bewegendes Drama", urteilte die Jury.

Ihre Sprecherin Dagmar Hirtz betonte: "Ich finde den Film einfach unglaublich wichtig, weil über dieses Kapitel in Deutschland überhaupt noch nie ein Film gemacht wurde."

Regisseur Ricciarelli zeigte sich berührt von der Entscheidung für seinen Film. "Dass dieser Film jetzt auf diese Reise geschickt wird...Ich bin sehr bewegt."

Der Favorit, Sebastian Schippers Erfolgs-Film "Victoria", ging damit leer aus. Vielleicht auch, weil er manche Vorgaben für den "besten nicht englischsprachigen abendfüllenden Kinofilm" nicht erfüllt: In "Victoria" wird zu 49 Prozent Englisch gesprochen, von der Academy sind in der Kategorie aber nur 40 Prozent erlaubt. "Es lag keine Ausnahmegenehmigung vor", sagte Hirtz am Donnerstag in München. "Es gibt Regularien, an die wir uns halten mussten."

Der Aufsichtsratsvorsitzende von German Films, der Exportförderungsgesellschaft der deutschen Filmwirtschaft, Peter Herrmann, sagte zur Filmauswahl: "Dieses Gremium ist dazu da, den Film unter den eingereichten deutschen Filmen auszuwählen, der nach dem Fachwissen und der Expertise der Jury die größten Chancen hat, den Oscar zu gewinnen." In der Vergangenheit waren immer wieder Filme ausgewählt worden, die sich mit der neueren deutschen Geschichte befassen.

Noch keine offizielle Nominierung

Neben "Victoria" standen sechs weitere Filme zur Debatte: "Elser - Er hätte die Welt verändert" von Oliver Hirschbiegel über den verhinderten Hitler-Attentäter, "Freistatt" von Marc Brummund, Til Schweigers Alzheimer-Film "Honig im Kopf", "Jack" von Edward Berger, "Schmidts Katze" von Marc Schlegel und "Wir sind jung. Wir sind stark" von Burhan Qurban.

Eine offizielle Oscar-Nominierung bedeutet die Entscheidung der deutschen Fimbranche für "Im Labyrinth des Schweigens" selbstverständlich noch nicht. Die fünf Nominierten wählt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles aus den Einsendungen aus allen Ländern aus. Die 88. Oscar-Verleihung findet am 28. Februar statt.