Fotoband "Land ohne Eltern"Gerahmte Einsamkeit

Kinderbilder sind etwas Schönes. Weniger erfreulich ist es, wenn sie in Zimmern von Menschen stehen müssen, die ihre Kinder in der alten Heimat zurückgelassen haben, um in einem anderen Land zu arbeiten. Die Fotografin Andrea Diefenbach zeigt in dem Bildband "Land ohne Eltern" das getrennte Leben moldawischer Arbeitsmigranten und ihrer Familien.

Fotoband "Land ohne Eltern" – Ottilia

Kinderbilder sind etwas Schönes. Außer sie stehen im Zimmer von Menschen, die ihre Kinder zurücklassen mussten, um in einem anderen Land zu arbeiten. Die Fotografin Andrea Diefenbach zeigt in dem Bildband "Land ohne Eltern" das getrennte Leben moldawischer Arbeitsmigranten und ihrer Familien.

Ottilia sah ihre Eltern fünf Jahre lang nicht. Denn die waren illegal nach Italien emigriert und konnten nicht zurück. Ottilia war für sie ein gerahmtes Foto und weit weg. Sie nannte ihre Oma, die für sie sorgte, irgendwann "Mama", während die Eltern - nachdem sie jeweils 4000 Euro an ihre Schlepper gezahlt hatten - versuchten, in Italien mehr als ihren moldawischen Monatslohn von je 200 Euro zu verdienen. Vor einem Jahr gelang es, eine Aufenthaltserlaubnis für Italien zu bekommen. So konnten sie die Tochter nachholen. Zu dem Baby, das in der Zwischenzeit in Italien zur Welt gekommen war.

Geschichten wie diese sind in "Land ohne Eltern" zunächst nur zu erahnen. Die Bilder erschließen sich nicht alle sofort. Doch am Ende des Buchs hat die Fotografin kurze Protokolle zum Leben ihrer Modelle angefügt. Wie auch ...

Bild: Andrea Diefenbach 26. November 2012, 08:592012-11-26 08:59:20 © Süddeutsche.de/ihe/pak/gba