Holzstäbe, bunte Fächer oder Plastikröhren: Zur Unterstützung erlaubt sind die geringsten Materialien und alles, was die atemberaubende Illusion aufrecht erhält, die US-amerikanische Tanzgruppe Momix  könne wirklich zaubern. Hauptdarsteller ist hier die Körperspannung. Die Tänzer verketten sich in akrobatischen Höchstleistungen ineinander und werden zu scheinbar unzertrennlichen Einheiten, sausen mit Rollbrettern über den Boden, imitieren mit ihren Körpern ein Kugelstoßpendel oder scheinen schlicht schwerelos zu sein. So auch die in ein fleischfarbenes Höschen verpackte Tänzerin in dem Stück "Botanica", die sich auf einem Spiegel windet und dank der Optiklehre und mit viel Grazie den gewünschten Effekt erzielt: Die Imitation des Kampfes eines noch unsicheren Samen-Sprosses auf seinem Weg zur Oberfläche.

Bild: REUTERS 29. Juli 2011, 11:442011-07-29 11:44:56 © sueddeutsche.de/cris