Das können die Handwerker machen: Eine Ausstellung in Düsseldorf zeigt, wie man das Werk von Joseph Beuys vor verstaubter Musealisierung rettet.
Joseph Beuys saß noch selbst hinter dem Steuer, als er "The pack (das Rudel)" in der Neuen Galerie in Kassel aufbaute: Langsam lenkte er den alten VW-Bus bis in die Ecke des großen Saales, wo er ihn, Frontscheibe zum breiten Durchgang, parkte und hinter der geöffneten Heckklappe 24 Schlitten arrangierte. Es sah so aus, als stürzten sie, ausgestattet mit fest verzurrter Stablampe, Filzdeckenrolle und einer kleinen Skulptur aus Butter und Bienenwachs, in militärischer Dreier-Formation hinter einem Anführer her.
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Andrang in Düsseldorf: Nach wie vor gilt Joseph Beuys, 1921 geboren in Kleve am Niederrhein, 1986 gestorben in Düsseldorf, als wichtigster deutscher Künstler des 20. Jahrhunderts. (© Beuys-Ausstellung im September 2010 im K20, Düsserldorf/dpa)
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Doch als Marion Ackermann, die Direktorin der Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalen, jetzt ihre Ausstellung "Joseph Beuys Parallelprozesse" zur Quadriennale im neuen Anbau ihre Hauses aufstellte, wirkte die Formation zunächst leblos. So richtete sie die Räder und Kufen kurzerhand anders aus, schließlich existiert ein altes, an einem Feldrand aufgenommenes Schwarzweißfoto, auf dem purzeln die Klappschlitten durcheinander wie Welpen vor der Hundekiste. Ein anderes Foto zeigt den Bus auf dem Kunstmarkt im Jahr 1969, wo sie sich eine Wand entlang drängeln, wie Schlittenhunde, die noch nicht ganz im Geschirr sind.
Die Aufstellung ist nun ähnlich locker gelungen, sieht bewegt aus und frisch - auch wenn der Kleinbus nicht mehr auf eigenen Rädern ins Museum fährt, sondern, von Restauratoren bewacht, auf Walzen und Rollen hineingleitet.
"So eine Installation ist ja keine Puppenstube", sagt Marion Ackermann, die, wie ihre Co-Kuratorin Isabelle Malz, zu einer Generation von Museumsmenschen gehört, die den 1986 gestorbenen Künstler nicht mehr selbst erlebt haben. Ihrem Katalogvorwort stellen sie selbstbewusst ein Beuys-Zitat aus dem Jahr 1975 voran, das ihnen gewissermaßen im Vorhinein Absolution erteilt: "Die Museen werden dadurch, dass andere Menschen hineinkommen, auch immer wieder anders mit den Dingen umgehen."
Der Titel ihrer mit 300 Arbeiten auf 3000 Quadratmetern umfassenden Ausstellung bezeichnet den Versuch, vor allem die Vernetzungsstrukturen des Werks sichtbar und "sinnlich erfahrbar" zu machen. "Die Person draußen lassen", war ihr Credo, sie wählten zehn Hauptwerke aus, gestalteten ein Umfeld entlang formaler oder inhaltlicher Kontexte und verzichteten auf dokumentarisches Material - nur in der Eingangshalle starrt Beuys als Filmloop auf seine Besucher und auf der Treppe ins Obergeschoss hört man ihn sein "neneneenenee, jajajajajaa" seufzen.
Lesen Sie weiter auf Seite 2, womit die Ausstellung überrascht.
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PC-Rollenspiel
„Um im Kreis der Intelligenten bestehen zu können“ – so ein Kommentator des SZ-Artikels zur Ausstellung über BEUYS (aktuell in Düsseldorf) – bedarf es angeblich keiner „ellenlangen kotaus“: „Spießer“-Sprache nennt man das wohl im „Kreis der Intellektuellen“. Dass man sich mit dem Phänomen Joseph BEUYS auch heute noch - KRITISCH möglichst – auseinandersetzen MUSS und KANN, belegt ein Artikel mit Bildern in http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/38368/weltverbesserer-joseph-beuys-selbstmystifizierung-and-anti-kunst-revolution-erfolgreich-am-kommerz-markt/ - Ebenfalls in DIE ZEIT.
Joseph BEUYS (1921-1986), der zu Lebzeiten bei bestimmten Leuten außerordentlich beliebt war - bei seinen Schülern, Sammlern und Anhängern – gilt noch immer als „wichtigster Wegbereiter eines neuen Kunst-Verständnisses neben Andy WARHOL“; daher die FAZ: Das „Mekka der Kunst“ liegt derzeit in Düsseldorf! Beuys war verhasst beim „Spießer“, ist zu lesen, der seine „Kunst“-Aktionen als Ärgernis empfand. Und auch bei Johannes RAU. Der als Minister dem Professor J.B. an der Düsseldorfer Kunstakademie 1972 Hausverbot erteilt hat: weil er sich über eine Zulassungs-Beschränkung hinweggesetzt hatte und 268 statt 30 Studenten in seiner Klasse aufnahm. Beuys hat sich für „direkte Demokratie“ eingesetzt und ab 1979 für die Grünen kandidiert.
In Kassel lernte ich den freundlichen BEUYS persönlich kennen. Auf der SZEEMANN-documenta 1972 (d5): In meinem ersten documenta-Buch befasste ich mich mit dem Phänomen BEUYS: In Kap. V 2 „Kunst am Nullpunkt (in Nullform) - Basiskriterien für die documenta 9 durch Joseph BEUYS posthum?“ (S. 61-63) und Kap. V 3. „Ein Interview mit Joseph BEUYS: "documenta" und Kunstfreiheit, Jurierung, Auswahlkriterien, Manipulation, Kunstkritiker“ (S. 64-65). In: Documenta IX - Willkür statt Kunstfreiheit!? : Eine Streitschrift zur Demokratisierung staatlicher Kunstförderung. Bad Honnef 1992.
Als „Nicht-Spießer“ befasste ich mich auch in Artikeln und Kommentaren im Internet mit J.B.: Interessant ist für die Nachkriegs-Moderne und Gegenwartskunst, dass Werner SCHMALENBACH, der hohe Qualitäts-Maßstäbe angelegt hat, als renommierter Museumschef in der Beuys-Stadt Düsseldorf die Anti-Kunst des Joseph BEUYS abgelehnt hat und dessen Objekte nicht gesammelt hat. Den BEUYS (mehrfacher documenta-Star) hielt er für einen „nicht talentierten Scharlatan“ (SZ v. 7.7.10.) Und BE
Wer die neuen Kleider des Kaisers nicht sieht, der ist eben dumm. Das hat uns ja schon Hans-Christian Andersen gelehrt
Ich hoffe, daß der Zensor die Ironie in dieser Aussage erkennt!
@ teefix: Oh Gott, bitte einfach schweigen und weiter Fussball schauen....
man muss zum thema beuys heutzutage keine ellenlangen kotaus mehr produzieren, um im kreis der intelligenten bestehen zu können. die modeerscheinung beuys ist lange vorbei.
Selbst noch lange nach seinem Tod.