Weibliche Vorstände Belgien verordnet sich eine gesetzliche Frauenquote

Deutschland debattiert noch, andere Staaten handeln: Belgien hat eine Frauenquote verabschiedet. Die Ziele sind ehrgeizig - und damit die Umsetzung auch klappt, dürfen freie Chefposten nur noch an Frauen gehen.

Belgien bekommt vom kommenden Jahr an eine Frauenquote für börsennotierte Unternehmen. Mindestens 30 Prozent der Vorstandsposten sollen von Frauen besetzt sein. Der Senat, die zweite Kammer des belgischen Parlaments, verabschiedete in Brüssel ein entsprechendes Gesetz, meldet der flämische Rundfunk.

Die Entscheidung fiel mit 36 Ja-Stimmen, 22 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen quer durch die Parteien. Das Plenum des Parlaments hatte dem Gesetzentwurf bereits zuvor zugestimmt.

Die Quote gilt auch für Staatsbetriebe wie Belgacom und Bpost. Um sie zu erreichen, soll jeder freiwerdende Posten nun mit einer Frau besetzt werden, bis die 30 Prozent erreicht sind. Derzeit sitzt unter zehn Vorständen im Durchschnitt nur eine Frau. Großen Unternehmen wird eine Frist von fünf Jahren eingeräumt, um dieses Ziel zu erreichen, kleine und mittelständische Unternehmen bekommen acht Jahre.

Halten sich die Unternehmen nicht an die Frauenquote, können Begünstigungen - auch finanzieller Art - vorübergehend gestrichen werden. Ihre Vorstandsbeschlüsse, auch wenn diese ohne Einhaltung der Frauenquote getroffen werden, bleiben jedoch weiterhin rechtskräftig.

Belgiens Poltiker haben sich Norwegen zum Vorbild genommen. Dort liegt die vorgeschriebene Frauenquote schon länger bei 40 Prozent.