Statistik Männlich, ostdeutsch, Schulabbrecher

Jungen brechen häufiger die Schule ab als Mädchen, die meisten von ihnen kommen aus Ostdeutschland. Aber die Situation bessert sich.

Die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss geht bundesweit langsam zurück. 2008 lag die Schulabbrecherquote bei 7 Prozent - 2001 betrug sie noch 9,7 Prozent.

Die meisten Schulabbrecher gibt es mit 13,8 Prozent im Landkreis Ostvorpommern. Deutschlandweit geht ihre Zahl aber zurück.

(Foto: Foto: dpa)

Das zeigt eine Auswertung von Daten der Statistischen Landesämter durch dpa-RegioData. Betroffen waren im Schuljahr 2008 insgesamt 64.400 Schüler, ungefähr so viele Menschen, wie in Fulda oder Weimar leben. Experten stellen den Rückgang vor allem in Zusammenhang mit den sinkenden Schülerzahlen, die den Lehrern mehr Zeit zur Einzelhilfe lassen. Auch hätten viele Länder pädagogische Verbesserungen eingeleitet und böten spezielle Förderkurse an.

Es gibt Ausnahmen

Besonders hoch ist die Schulabbrecherquote nach wie vor in vielen Regionen Ostdeutschlands. Im Kreisvergleich liegt der Landkreis Ostvorpommern in Mecklenburg-Vorpommern mit 13,9 Prozent vorn, gefolgt vom brandenburgischen Landkreis Prignitz mit 13,8 Prozent. Von den zwanzig Kreisen mit den höchsten Abbrecherquoten liegen nur vier in westdeutschen Bundesländern.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen. So weisen der Kreis Eichsfeld mit 2,5 Prozent und die Stadt Jena mit 3,1 Prozent (beide Thüringen) die bundesweit niedrigsten Abbrecherquoten auf. Es folgt eine große Gruppe westdeutscher Kreise, die vor allem in Bayern und Baden- Württemberg liegen.

Ost-West-Gefälle auch im Bundesländervergleich

Das Ost-West-Gefälle findet sich auch im Bundesländervergleich wieder. Während Baden-Württemberg mit 5,5 Prozent und Bayern mit 6,3 Prozent die niedrigsten Abbrecherquoten haben, führt Sachsen-Anhalt mit 10,8 Prozent vor Mecklenburg-Vorpommern mit 9,9 Prozent diesen Vergleich an. Besonders betroffen sind Jungen. Bundesweit brachen 8,6 Prozent der männlichen Schüler die Schule ab. Bei Frauen waren es 5,5 Prozent.

Ohne Schulabschluss droht vielen Jugendlichen ein Leben als Hilfsarbeiter oder Empfänger von Hartz IV. Von den zurzeit rund drei Millionen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Arbeitslosen haben 472.400 keinen Schulabschluss, viele von ihnen sind Langzeitarbeitslose. Die Kultusminister der Länder haben sich bereits mehrfach verpflichtet, die Quote zu halbieren ­ zuletzt beim Bildungsgipfel im Herbst 2008 in Dresden.