Kein Ausbau der Vätermonate Am Papa gespart

Familienministerin Kristina Schröder beugt sich dem Sparzwang: Zusätzliche Vätermonate sind gestrichen. Das schadet nicht nur den Familien, sondern ganz Deutschland.

Ein Kommentar von Nina von Hardenberg

Papa ade: Familienministerin Kristina Schröder will nun doch keine zusätzlichen Vätermonate einführen. Sie beugt sich dem Sparzwang und lässt dafür eine ihrer besten Ideen fallen. Das ist schade für die vielen Kinder, die sonst vielleicht den Vater noch zwei Monate länger rund um die Uhr für sich gehabt hätten. Es ist aber auch schlecht für Deutschland, denn die Vätermonate sind ein gutes Instrument, das die Gesellschaft familienfreundlicher gemacht hat.

Über die Wirkung des Elterngeldes an sich lässt sich streiten. Sein eigentliches Ziel, die niedrige Geburtenrate in Deutschland zu erhöhen, hat es bislang nicht erreicht. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die finanzielle Sicherheit in den ersten 14 Monaten nach der Geburt vielen Frauen nicht reicht, wissen sie doch, dass sie danach in eine familienfeindliche Arbeitswelt zurückkehren.

Viele Unternehmer sind nach wie vor bei den Arbeitszeiten unflexibel, Kitaplätze fehlen oder sind teuer. Wer ein Kind bekommt, nimmt oft genug auch finanziell einen Karriereknick in Kauf. Und wo immer stärker dereguliert und befristet wird, müssen Frauen sogar befürchten, ihren Job nach der Elternzeit ganz zu verlieren. Es verwundert nicht, dass da inmitten der Krise manchem der Mut zur Baby-Auszeit fehlt.

Schröder tut gut daran, zumindest den Kita-Ausbau allen Sparvorgaben zum Trotz voranzutreiben. Das Kernproblem - die unflexiblen Arbeitszeiten und die schlechtere Bezahlung von Frauen - wird die Regierung aber allein nicht ändern. Hier müssen zuallererst die Männer in den Chefetagen umdenken. Die Papamonate - die inzwischen jeder fünfte Vater in Anspruch nimmt - sind dafür das beste Instrument.

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