Konferenzen zu familienfeindlichen Zeiten, zu wenig Betreuungsplätze und finanzielle Nachteile: Mehr als fünf Millionen Frauen sind nicht berufstätig. Demnächst werden sie dringend gebraucht - bis dahin muss sich einiges ändern auf dem Arbeitsmarkt. Ein Überblick.
Rabenmütter, laut Duden, "lieblose Mütter, die hartherzig ihre Kinder vernachlässigen", konnten Frauen immer nur in Deutschland sein. Im Französischen gibt es dafür kein vergleichbares Wort. Auch den Spaniern oder Italienern käme es nicht in den Sinn, erwerbstätige Frauen als Rabenmütter zu verunglimpfen. Dass das Wort hierzulande immer noch gebraucht wird, ist für Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Teil des Problems: Bei der Erwerbstätigkeit von Frauen hinkt Deutschland hinterher.
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Lieber auf den Spielplatz: Für viele Mütter lohnt sich die Rückkehr in den Beruf kaum. (© DDP)
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Frauen mit kleinen Kindern arbeiten hierzulande viel weniger häufig als in Finnland, Schweden oder Frankreich. Dabei werden sie auf dem Arbeitsmarkt dringend benötigt. "Ohne sie geht es nicht mehr", schreibt Allmendinger in ihrem Buch "Verschenkte Potentiale? Lebensläufe nicht erwerbstätiger Frauen". Wofür die Berliner Forscherin sich stark macht, gilt inzwischen als wirksamstes Mittel im Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel. Deutschland, ist Allmendinger überzeugt, müsse sich vom Zuverdiener-Modell verabschieden und die Ein-Verdiener-Tradition abschütteln, wenn 2025 nicht 6,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen sollen.
Die sogenannte weibliche Reserve ist riesig: 5,6 Millionen Frauen zwischen 25 und 59 Jahren sind bundesweit nicht erwerbstätig. Davon suchen 1,8 Millionen eine Arbeit, ohne immer arbeitslos gemeldet zu sein. 3,8 Millionen zählen zu den Nichterwerbspersonen, von denen wiederum knapp eine Million noch nie einen Job hatte. Hinzu kommt: Nur etwa jede zweite erwerbstätige Frau hat einen Vollzeitjob. Und weibliche Teilzeitkräfte arbeiten durchschnittlich nur 18,1 Stunden die Woche - im EU-Vergleich liegt Deutschland damit weit hinten.
Die Regierung hat deshalb kürzlich vorgerechnet: Lassen sich Beruf und Familie besser vereinbaren und reichen die Betreuungsangebote aus, würden etwa 1,2 Millionen Mütter wieder ins Erwerbsleben eintreten. Doch der Weg zu einem weiblicheren Arbeitsmarkt ist voller Hürden.
[] Die Betreuung: In Finnland haben Eltern einen Rechtsanspruch auf eine kostenlose Kinderbetreuung ab dem Alter von zehn Monaten. In Deutschland soll von 2013 an für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen. Doch ob dieses Ziel erreicht wird und ob die Plätze dann ausreichen, ist fraglich.
[] Die Arbeitszeiten: "Wir müssen uns von der Fiktion einer ununterbrochenen Beschäftigung lösen", sagt Allmendinger. Nötig seien neue Arbeitszeitkonten, die Frauen nicht ein Leben auf einen Teilzeitjob festlegen. "Während der Erziehung und Pflege könnten dann beide Partner die Arbeitszeit verringern, um diese Zeiten später nachzuarbeiten."
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Debatte über Urheberrecht
Dîeser Bericht wurde noch von der großen Koalition in Auftrag gegeben und in diesem Jahr veröffentlicht. Er macht mehr als deutlich wie sehr die Erwerbsbiographien von Männern und Frauen auseinandertriften. Auch gut ausgebildete Frauen glauben anscheinend immer noch an ihren "Märchenprinzen" und geben bei Familiengründung ihren Beruf ganz oder zumindest teilweise auf um unbezahlte Familienarbeit zu verrichten. Das ist nicht nur eine Verschwendung von Recourcen sondern viele dieser Frauen bezahlen das beim Scheitern einer Ehe sehr teuer!
Bezeichnend für die jetzige Bundesregierung ist die Tatsache das Frau Dr. Schröder aus diesem Bericht jedoch nicht die Konsequenz zieht die Rahmenbedingungen für die Familien positiv zu verändern sondern dass sie besonders darauf setzt Jungen und Junge Männer fördern zu müssen.
Zitat: "Frauen mit kleinen Kindern arbeiten hierzulande viel weniger häufig als in Finnland, Schweden oder Frankreich."
In der Broschüre des Statistischen Bundesamts "Im Blickpunkt: Jugend und Familie in Europa" aus 2009 ist der Abbildung 2.9 auf Seite 49 zu entnehmen, dass in Finnland im Jahr 2007 WENIGER Mütter als in Deutschland gearbeitet haben.
Wichtig hierbei ist die Bezugsgröße: Dieser Abbildung liegen alle Mütter mit jüngstem Kind unter drei Jahren zu Grunde, die zwischen 25 und 49 Jahre alt sind.
Auch in Frankreich waren es in 2007 nur wenige Prozente mehr als in Deutschland, und Schweden ist in dieser EU-27-Betrachtung gar nicht enthalten (warum nicht, wird nicht erläutert).
Zitat: "In Finnland haben Eltern einen Rechtsanspruch auf eine kostenlose Kinderbetreuung ab dem Alter von zehn Monaten."
Auf den ersten Blick beeindruckend: Rechtsanspruch, ab zehn Monate und zudem noch kostenlos - doch laut den Zahlen aus 2007 arbeiten rund die Hälfte der finnischen Mütter mit Kindern unter drei Jahren NICHT...
Gerade um Familien zu fördern, gäbe es andere steuerliche Möglichkeiten. Das Ehegattensplitting subventioniert das Einverdiener-Ehepaar (ob mit oder ohne Kind spielt dabei keine Rolle).
Ich habe den Artikel durchaus dahingehend verstanden, dass es um ein grundsätzliches Überdenken des Arbeitsmarktes und der Arbeitszeitmodelle geht. Dem kann ich nur zustimmen. Es sollten Frauen (und Männern!) Möglichkeiten gegeben werden, zugunsten der jungen Familie im Berufsleben kürzer zu treten, um mit zunehmender Selbständigkeit der Kinder das auszugleichen.
Es ist schön, wenn die Mutter (meistens) nachmittags zuhause ist und sich aufopferungsvoll um den Nachwuchs kümmert - mein Sohn hätte aber gar nichts dagegen, wenn der KiGa nicht mittags schließen würde, er beschwert sich jeden Tag, wenn ich ihn abhole. Die Möglichkeiten, dort mit anderen Kindern zu spielen, sind besser und einfacher, als wenn ich ihn nachmittags zu Spielpartnern kutschiere. Und ich würde lieber arbeiten gehen, aber auf dem Land sieht es mit flexiblen guten Jobs und Kinderbetreuung noch schlechter aus, als in den Ballungsgebieten.
Sie treffen den Nagel auf den Kopf.
Vermutlich muss das Hauspersonal der Gutsituierten auch noch Ihr eigenes Kind mit 1Jahr in die Grippe geben, damit sie das ältere Kind ihrer Arbeitgeber betreuen darf.
Ich glaube wir, aber vor allem die Arbeitgeber müssen jetzt schnell handeln, denn der europäische Arbeitsmarkt hinkt nicht so hinterher wie in Deutschland. Die Frauen, die eine entsprechende Ausbildung haben, werden sonst abwandern.
Paging