Karriere international So bewerben Sie sich in den USA

Eine Station im Ausland und besonders in den USA ist in vielen Branchen nach wie vor förderlich für den beruflichen Aufstieg.

(Foto: AFP)

Drängeln Sie per Telefon, aber schicken Sie bloß kein Foto: Für die Jobsuche in den Staaten gelten besondere Regeln.

Von Larissa Holzki

Der amerikanische Arbeitsmarkt ist nicht mehr das Maß aller Dinge. Für viele Deutsche bleibt er dennoch ein Ziel: Im Lebenslauf von Führungskräften in internationalen Unternehmen ist eine Station in den USA ein fast notwendiger Bestandteil, viele Trends der Unternehmenskultur kommen nach wie vor von dort. Doch neue Mitarbeiter aus Übersee bedeuten für US-Unternehmen lästigen Papierkram. Deshalb haben nur besonders gute Bewerber eine Chance. Viel hängt auch davon ab, wie gut man sich verkaufen kann - und dass man keine Fehler macht, sagen Jobvermittler und Karriereberater.

Wer sich in den USA bewerben will, sollte von sich überzeugt sein. "Zur amerikanischen Kultur gehört die Haltung: Ich kann das, ich weiß das, ich will das", sagt Ingmar Eschli. Das müssten Bewerber adaptieren. Der Hamburger berät Berufseinsteiger und Arbeitnehmer auf seinen Internetportalen Auslandspraktikum.info und Karrierefaktor.de bei Karriereschritten ins Ausland.

Fokussieren, was zählt

Eine US-Bewerbung besteht aus einem drei bis vier Absätze langen Anschreiben (Cover Letter) und einem sogenannten Resümee, das die wichtigsten Punkte des Lebenslaufs zusammenfasst. Was wichtig ist, geht aus der Stellenbeschreibung hervor: Stationen, Projekte und Erfahrungen, die den Kandidaten für die angestrebte Position befähigen, werden genannt, alles andere fällt weg. Wer sich mit abstrakten Adjektiven wie teamorientiert und leistungsfähig charakterisieren will, muss erklären, was er damit meint, wie er sich diese Eigenschaften angeeignet hat und warum sie für die Position relevant sind.

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Aufgebaut ist das Anschreiben ähnlich wie in Deutschland: Der Kandidat erklärt, auf welche Stelle er sich bewirbt und warum er der Richtige dafür ist. Typisch amerikanisch sei es, im Cover Letter zusätzlich ein übergeordnetes Berufsziel zu skizzieren, sagt Mirco Schlottke. Der selbstständige Karriereberater hilft Berufseinsteigern im Rhein-Main-Gebiet, Praktika in den USA zu ergattern. Für sie hat er ein prominentes Vorbild parat: "Steve Jobs hat mal gesagt, dass er mit seinem iPhone die Welt verändern will." Ganz so überragend müsse die Vision zwar nicht sein, aber man sollte sich trauen, groß zu denken, sagt Schlottke.

Jobanwärter, die bereits ein temporäres Arbeitsvisum, ein befristetes Einreisevisum oder gar eine Greencard besitzen, sollten dies unbedingt erwähnen. Denn Visa für Fachkräfte werden nur begrenzt ausgegeben und kosten die Unternehmen viel Zeit und Geld. Viele Arbeitgeber schreckt das ab. Besser sieht die Situation für Studierende und Berufstätige aus, die für ein Praktikum in die USA gehen möchten. Sobald sie einen Praktikumsplatz vorweisen können, erhalten sie relativ unkompliziert ein Visum.

Auch mit sehr guten Englischkenntnissen kann man den Arbeitgeber davon überzeugen, dass er wenig Aufwand mit der Einstellung und Einarbeitung haben wird. Bewerber ohne international anerkanntes Zertifikat ihres Sprachniveaus können ihre Kenntnisse beispielsweise als "fließend in Wort und Schrift" oder "verhandlungssicher" beschreiben.

Ingmar Eschli rät zu Selbstbewusstsein: "Im Skype-Interview wird sich schnell herausstellen, ob dem Arbeitgeber Ihr Sprachniveau ausreicht oder Sie es anderen mit Fertigkeiten kompensieren können. Erstmal wollen Sie dieses Interview." Zeugnisse, Belege und Empfehlungsschreiben werden grundsätzlich erst auf Nachfrage eingereicht.