Jobs für Rentner Als Ersatz-Oma nach Frankreich

Kristin Emmerinck schickt mit "Madame Grand-Mère" alleinstehende Frauen als Ersatz-Omas in die Welt.

Das Gefühl des Gebrauchtwerdens suchen auch die Frauen über 50, die sich bei Kristin Emmerinck melden. Anfang des Jahres rief sie die Organisation "Madame Grand-Mère" ins Leben und vermittelt seitdem alleinstehende Damen als Au-pair-Ersatz an deutsche Familien im Ausland.

Emmerinck selbst entschloss sich mit 62 Jahren, für drei Monate nach Frankreich zu gehen. Über Kontakte kam sie in eine französische Familie, ging jeden Tag in die Sprachschule und lernte mit der Tochter des Hauses für das Abitur. "Das war eine große Herausforderung, alles war neu. Aber vor allem war es eine großartige Erfahrung", erinnert sie sich.

Jetzt ist sie auf der Suche nach deutschen Familien im Ausland, die lieber auf die Lebenserfahrung einer Art Großmutter vertrauen als auf jugendliche Au-pair-Mädchen. "Die Familien bieten kostenlos Kost und Logis, die Leih-Großmütter übernehmen dafür vorher abgemachte Aufgaben", berichtet Emmerinck. Den Vermittlungsservice bietet Emmerinck selbstverständlich auch Männern an - aber die zeigen sich bislang von ihrer zurückhaltenden Seite. Während sich seit Anfang 2011 bereits 37 Frauen für einen Auslandseinsatz meldeten, zeigten bislang nur zwei Männer verhaltenes Interesse.

Die ersten Frauen will Organisatorin Emmerinck im Herbst losschicken - im Durchschnitt für drei Monate. Wie die Experten von "Erfahrung Deutschland" wollen auch sie nicht zurück in einen Vollzeitjob.

Reinhard Korkowski jedenfalls ist ganz zufrieden mit seinen drei Tagen alle zwei Wochen: "Eigentlich ist es auch ganz schön, wenn man mal von zu Hause fort ist. Bloß nicht jede Woche", sagt er. "Das Leben als Rentner hat ja auch noch andere Aspekte."