Existenzgründer im Gespräch (3) Lässige Gipfelstürmer

Sie verbringen ihre Freizeit am liebsten in den Bergen - doch Hilfe bei der Suche nach schönen Routen suchten sie vergebens. Also gründeten Markus Hallermann und seine Freunde komoot, das Portal für die individuelle Outdoor-Routenplanung.

Interview: Maria Holzmüller

Markus Hallermann, 28, promovierter Physiker, gründete im Januar 2010 zusammen mit fünf Freunden das Unternehmen komoot. Das Team hat einen Routenplaner für Outdoor-Sportler entwickelt, der sowohl online als auch auf Handys individuell passende Routen liefert. Wer eine Mountainbike-Tour auf den nächsten Gipfel machen möchte oder kurz mal zwanzig Minuten joggen will, gibt einfach seinen Startpunkt und seine Wünsche ein - und komoot erstellt Routenvorschläge, die zur jeweiligen Person passen, nach einer Technik, die sich Human Centric Navigation nennt.

sueddeutsche.de: Was hat Sie dazu bewogen, Ihr eigenes Unternehmen zu gründen?

Markus Hallermann: Wir sind alle begeisterte Outdoor-Sportler. Ich habe mir vor einiger Zeit ein GPS-Gerät gekauft, um meine Routen flexibler gestalten zu können. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ein herkömmliches GPS nicht die Anforderungen eines Outdoor-Sportlers erfüllt. Es nützt mir wenig, die Koordinaten meiner Tour zu speichern. In meiner Freizeit will ich auch nicht möglichst schnell von A nach B kommen, sondern eine bestimmte Zeit auf einem schönen Weg verbringen. Da haben wir ein Kundenbedürfnis gesehen.

sueddeutsche.de: Wie haben Sie die Chancen für Ihr Produkt ermittelt?

Hallermann: Wir haben am Zentrum für Innovation und Gründung der TU München, der UnternehmerTUM, Kurse besucht und mehrere Business-Pläne erstellt. Drei Jahre lang haben wir Feedback zu unserer Idee gesammelt und unsere Produktidee immer wieder weiterentwickelt. Außerdem haben wir 120 User unserer Webseite persönlich befragt und eine Online-Umfrage unter 600 Usern durchgeführt.

sueddeutsche.de: Wie hat sich Ihr ursprüngliche Idee durch das Feedback verändert?

Hallermann: Ursprünglich basierte unser Konzept stark auf location based services. Wir wollten Gasthäuser in den Karten anzeigen lassen - und für diese Werbung Geld von den Wirten bekommen. Davon sind wir wieder abgekommen. Erstens wollen wir den Usern erstklassigen Service bieten und wirklich die schönsten Routen anzeigen - und nicht die Routen, die zwangsläufig am Sportgeschäft vorbei führen. Zweitens funktioniert dieses Finanzierungsmodell in den Bergen nicht. Da gibt es Hütten - aber die brauchen keine Werbung, weil sowieso jeder daran vorbei kommt.

sueddeutsche.de: Wie viel Eigenkapital haben Sie mitgebracht?

Hallermann: Die 25.000 Euro für die Gründung der GmbH haben wir selbst mitgebracht.

Bloß nichts falsch machen

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