Diskriminierung von Migranten Beschämend für Deutschland

Einwanderer werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt benachteiligt. Unwissen, Ängste und Vorurteile leiten viel zu oft Personalentscheidungen. Dabei müsste man sich nur auf ein Prinzip besinnen.

Ein Kommentar von Roland Preuß

In Deutschland sind Migranten , statistisch gesehen, etwa doppelt so oft arbeitslos wie Einheimische. Das ist seit Jahren so. Ein Gutachten hat nun in Erinnerung gerufen, dass dies nicht nur daher kommt, dass Hakan oder Aynur vielleicht schlecht deutsch sprechen oder in der Schule versagt haben. Es liegt auch an den Chefs deutscher Firmen, die ihnen einfach keinen Job geben. Das ist beschämend für ein Land, das sich als Einwanderungsland versteht.

Allzu oft leitet die Entscheidung, wer eine Stelle bekommt, ein Gebräu aus Unwissen, Ängsten und Vorurteilen. Das Image vieler Migranten als Bildungsversager, Radikale oder Spaßbremsen schlägt hier durch, gerade bei Muslimen.

Passt so einer ins Team, wenn er aus religiösen Gründen nicht mal ein Bierchen mittrinkt? Kommt die türkischstämmige Bewerberin womöglich eines Tages mit Kopftuch in die Firma? Und, darf man fragen: Wäre dies so schlimm, wenn sie oder er gute Arbeit abliefert?

Es gibt manches, was die Politik tun kann. Gesetze gegen Diskriminierung und Anstöße für anonyme Bewerbungen zählen dazu. Doch letztlich lässt sich Offenheit für Zuwanderer nicht verordnen, schon gar nicht bei der Stellenvergabe, wo sich fast immer ein Grund findet, einem ungeliebten Bewerber abzusagen.

Die Chefs müssen bereit sein, Migranten einzustellen. Wer Leistung bringt, muss eine Chance haben, egal, wie er heißt.