Und nach dem Studium? Während Techniker umworben werden, müssen Geisteswissenschaftler tricksen, um einen guten Job zu bekommen. Aber ihr Abschluss lohnt sich trotzdem.
Es ist ja nicht so, als ob so ein Studium ein Spaziergang wäre. Erst das Gerangel um die Studienplätze. Dann die jahrelange Leere im Geldbeutel. Und schließlich Großmutters enttäuschter Gesichtsausdruck, wenn's für ein summa cum laude bei der Promotion doch nicht ganz gereicht hat. Da will man doch wissen, ob der ganze Ärger überhaupt dafür steht, am Ende.
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Das lange Studieren lohnt sich - auch für Geisteswissenschaftler. Ihr Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen alleine durch einen Uni-Abschluss. (© dpa)
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Tatsächlich könne man jungen Menschen heute nur mit allem Nachdruck zu einem Studium raten, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Denn die Chancen am Arbeitsmarkt stünden für Hochschul-Absolventen deutlich besser als für Bewerber, die nicht studiert hätten - gerade das Krisenjahr 2009 habe das deutlich gemacht. "Die Beschäftigungszahlen für Akademiker sind auch dann gestiegen, als die Quote bei anderen Beschäftigten rückläufig war", schreibt Judith Wüllerich, die für die Arbeitsagentur die Jobchancen von Akademikern untersucht.
Zudem würden Hochschulabsolventen, wenn sie doch von Arbeitslosigkeit betroffen wären, überdurchschnittlich schnell wieder eine neue Stelle finden. "Mehr als die Hälfte ist weniger als drei Monate arbeitslos." Bei anderen Bewerbergruppen ist die Quote deutlich höher.
Allerdings sind nicht alle jungen Akademiker am Arbeitsmarkt gleichermaßen begehrt. Klar auf der Gewinnerseite: Die Absolventen der sogenannten Mint- Fächer, also Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker. "Da wird der Bedarf in den nächsten Jahren nicht nachlassen", glaubt Wolfgang Braun vom Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Denn schon jetzt fehlten in Deutschlands Betrieben etwa 66.000 Hochqualifizierte aus diesen Fachrichtungen - und der Bedarf soll in den kommenden Jahren noch steigen, sagen Experten.
Das gilt nicht nur, falls die Wirtschaft wieder wächst und deshalb der Bedarf der Unternehmen steigt. Auch die Demographie begünstigt die Zukunftsaussichten für Techniker und Naturwissenschaftler. Denn in den nächsten Jahren erreichen überdurchschnittlich viele Höherqualifizierte aus diesen Bereichen das Renteneintrittsalter - damit ist in den Betrieben ausreichend Platz für den Nachwuchs. "Wirtschaftsingenieure werden sich wohl auch in zehn Jahren noch die Jobs aussuchen können", sagt Braun.
Aber auch an Absolventen weniger bodenständiger Studienrichtungen haben die Unternehmen in den vergangenen Jahren verstärktes Interesse entwickelt. "Geisteswissenschaftler werden in den unterschiedlichsten Wirtschaftbereichen verstärkt nachgefragt", sagt die Expertin der Arbeitsagentur, Judith Wüllerich. Denn die könnten oft mit disziplinenenübergreifenden Kompetenzen punkten und hätten Erfahrung bei der Beschaffung und Aufbereitung von Informationen. "In einer wissensbasierten Arbeitswelt ist das für die Unternehmen enorm wichtig", sagt Wüllerich.
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stimmt so leider nicht , hochqualifizierte Inschlöre im reifen Alter ( > 50 Jahre) werden von der Industrie gemieden um nicht zu sagen entsorgt, das ist die traurige Wahrheit...
Die Anspielung, dass bei abnehmenden Zahlen der Studenten der Geisteswissenschaften die Taxifahrer knapp würden, wollte ich aus Angst vor den AGB und der Nettiquette nicht bringen, aber jetzt ist der Damm ja gebrochen :-))
... fürs Taxifahren?
Böser Scherz einer Germanistin und Historikerin.
Dank an K. Beck, dem ist nichts hinzuzufügen.
In dieser Allgemeinheit, dass der Erwerb eines akademischen Abschlusses vor Arbeitslosigkeit schützen soll und dies in die pauschale Empfehlung umgemünzt wird, dass eben dieser Abschluss von sich aus hilft, kann ich nicht zustimmen! Diese banale Kausalitätsverknüpfung grenzt schon fast an Augenwischerei. Man sollte hinterfragen, warum Akademiker gefragt sind. Die Antwort ist wie bei fast allen begehrten Sachen: weil sie selten(er) sind (als derjenige, der einen Ausbildungsberuf erlernt hat). Die Nachfrage nach Pflegekräften ist ebenfalls hoch, es würde mich wundern, wenn nicht genau so hoch, wie die Nachfrage nach Ingenieuren.
Zum Thema: Ingenieure sind gesucht, weil sie selten sind. Sie sind selten, weil dieses Thema nicht jedem liegt und, seien wir ehrlich, nicht jeder in der Lage ist, ein Ingenieursstudium erfolgreich abzuschließen. Das gilt natürlich auch für Geisteswissenschaftler (ok, das war jetzt bauchpinselei)
Was bringt also die Empfehlung, einen akademischen Abschluss anzustreben, wenn der Empfehlungsempfänger gar nicht in der Lage dazu ist?
Das ist genau so sinnvoll, wie wenn bei einer Fußball-WM-Endrunde die Empfehlung an Trinidad&Tobago ausgesprochen wird, man solle doch zusehen, ins Finale zu kommen, dann wäre die Chance auf den Titel bei 50%.
Was lernen wir daraus? Wenn es mehr Ingenieure gäbe, wären diese nicht mehr in dem aktuellen Maße gesucht.
Ach ja, Techniker die umworben werden und Geisteswissenschaftler die mit ihren 'disziplinenenübergreifenden Kompetenzen' in der tollen Wissensgesellschaft punkten koennen-das sagen die 'Experten' vom Arbeitsamt, sorry: Arbeitsagentur, ja schon seit 10 Jahren. Auf jeden Fall studieren und sich spaeter die Promotion in klingender Muenze auszahlen lassen-ja so ist das in der Welt der Arbeitsagentur und grosser Personalberater die natuerlich ihren Pool an ueberqualifizierten Absolventen so gross wie moeglich halten wollen. Natuerlich bekommen viele AbsolventInnen einen Job, aber ausserhalb von Grosskanzleien und Unternehmensberatungen kommt doch immer oefter die Frage, warum man fuer einen Job studieren muss. Schoen, wenn das mittelstaendische Unternehmen eine Historikerin als Vorstandsassistentin einstellt-aber das traegt doch eher zur Qualifizierungsinflation bei, als den Nutzen eines geistewissenschaftlichen Studium zu unterstreichen. Und wenn die Allgemeinplaetze erschoepft sind, dann bringt man den 'demographischen Wandel' ins Spiel und schwaermt von den vielen Stellen die in Unternehmen oder Hochschulen frei werden, wenn die Stelleninhaber in Rente gehen. Die Entwicklungsabteilungen von grossen forschungsintensiven Unternehmen sind sicherlich voll von 63jaehrigen Ingenieuren, die bald reif fuer die Rente sind. Aber was soll man aus Nuernberg auch erwarten, wo man die meiste Zeit damit zubringt, die Arbeitslosenstatistik gut aussehen zu lassen...
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