Assistenten im BüroVom Drachen bis zum Vertrauten

Ohne sie würde im Büro vermutlich Anarchie ausbrechen: eine Typologie der Assistentinnen und Assistenten.

Von Larissa Holzki und Matthias Kohlmaier

Die eigentliche Chefin

Das macht sie aus:

Ohne sie würde der oder die Vorgesetzte womöglich Abgabetermine verpassen, unvorbereitet in Meetings gehen und die Namen der Geschäftspartner vergessen. Allein: Niemand wird das je herausfinden, denn dazu müsste seine Sekretärin ihm erst einmal die Chance zum Patzen lassen. Die eigentliche Chefin liebt die akribische Vorbereitung und macht sich nichts daraus, dass andere für ihre Erfolge gefeiert werden. Ihr reicht es vollkommen, wenn sie nach einem weiteren Power-Arbeitstag die Füße hochlegen und darüber nachdenken kann, wie gut "ihre" Firma gerade dasteht.

An diesem Schreibtisch kann man sie erkennen:

Der Schreibtisch der eigentlichen Chefin ist so gut organisiert wie sie selbst. Man erkennt ihn an den akkurat aufgeräumten Behältern mit Büroklammern und Post-Its. An der Wand gegenüber hängt ein Kalender mit den Geburtsdaten aller Kollegen und Jubilare unter den Geschäftspartnern.

So reagiert sie am Telefon:

"Der Herr X/die Frau Y ist um diese Zeit nicht im Haus. Aber ich kann Ihnen sicherlich auch weiterhelfen. Worum geht es denn?"

Das denkt die Chefin/der Chef über sie:

"Wenn diese Frau jemals länger krank sein sollte, schicke ich die Belegschaft in den Betriebsurlaub." Was er nicht weiß: Die eigentliche Chefin hat für unvorhergesehene Ausfälle immer einen Notfallplan in der dritten Schreibtischschublade von oben auf der linken Seite.

Bild: Illustration Jessy Asmus 6. März 2018, 09:282018-03-06 09:28:56 © SZ.de/mkoh/lho/rus