Wie gefährlich ist die E-Zigarette? Gibt es verbindliche Standards bei der E-Zigarette?

Vor einiger Zeit explodierte einem US-Amerikaner eine E-Zigarette im Mund, er verlor durch die Detonation mehrere Zähne und ein Stück seiner Zunge. Es ist nicht klar, ob der Mann mit dem Dampfgerät experimentiert oder ein fehlerhaftes Fabrikat erwischt hat.

Dass die oft über das Internet angebotenen E-Zigaretten Mängel haben können, wurde allerdings hinlänglich festgestellt. So testeten Wissenschaftler der University of California Produkte von sechs unterschiedlichen Marken und hatten etliches zu beanstanden: Bestellungen wurden falsch ausgeliefert, der Nikotingehalt war unklar, Gebrauchsanleitungen waren falsch zugeordnet, die Kartuschen leckten, sodass nikotinhaltige Flüssigkeit auf die Hände der Nutzer oder ihre Umgebung tropfte.

Gesetzliche Vorgaben, was genau die E-Zigaretten enthalten dürfen und wie sie deklariert werden müssen, gibt es in Deutschland bislang nicht. "Wir orientieren uns derzeit am Lebensmittelgesetz, das für die Aromaliquids von Bedeutung ist, und am technischen Sicherheitsgesetz, das die technische Funktion der E-Zigaretten gewährleistet", sagt Dac Sprengel, Vorsitzender des Verbandes des eZigarettenhandels der SZ. Er hält die derzeitige Gesetzeslage für "lückenhaft" und kritisiert, dass eine Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie bislang nicht erfolgt sei. Sie muss spätestens 2016 in Kraft treten.

Ist der Konsum und Verkauf legal?

In Kanada, Australien, Brasilien und Singapur - alles Länder mit sehr strenger Anti-Rauch-Politik - bestehen weitreichende Verbote für E-Zigaretten. In Deutschland ist der Konsum legal, beim Handel ist die Rechtslage dagegen unklar.

So recht scheint es derzeit kein Gesetz zu geben, das für die noch junge E-Zigarette greift. Das Tabakgesetz, unter das die normale Zigarette fällt, scheidet aus, da in der E-Zigarette kein Tabak enthalten ist. In Frage käme noch das Arzneimittelgesetz, unter welches Nikotin fallen kann, wenn es wie in Nikotinpflastern und -inhalationsgeräten zur Rauchentwöhnung dient. In der Tat plädierte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dafür, E-Zigaretten unter dieses Gesetz zu stellen. Damit würden sie einer strengen Zulassung bedürfen. Diese Sicht wurde allerdings von mehreren Gerichten abgewiesen, zuletzt vom Bundesverwaltungsgericht.

Laut der neuen EU-Tabakrichtlinie, die bis 2016 in Kraft treten soll, bleiben E-Zigaretten frei verkäuflich. Bei der Werbung gelten künftig die gleichen Einschränkungen wie bei den herkömmlichen Zigaretten.