Toxikologie Alu im Kantinenessen

Gericht aus Alu-Schale.

(Foto: dpa)
  • Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigt: beim Warmhalten von Speisen in Alu-Schalen gehen Aluminiumionen auf saure Lebensmittel über.
  • Aluminiumverbindungen sind ein natürlicher Bestandteil des Trinkwassers und vieler Lebensmittel, dennoch ist es ratsam, aufzupassen.
  • BfR-Präsident Andreas Hensel empfiehlt , eine weitere Aufnahme von Aluminium durch Kantinenessen zu reduzieren.
Von Felix Hütten

Fertiggerichte, die in Aluschalen lagern, können hohe Gehalte an Aluminium aufweisen. Das zeigt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Für das BfR-Forschungsprojekt "Ausmaß der Freisetzung von Metallen aus Lebensmittelkontaktmaterialien" haben Wissenschaftler Sauerkrautsaft, Apfelmus und passierte Tomaten auf Aluminium-Rückstände untersucht.

Die Messergebnisse zeigen trotz der begrenzten Zahl der untersuchten Proben, dass insbesondere beim Warmhalten Aluminium-Ionen aus den Schalen auf saure Lebensmittel übergehen. Die Lebensmittel wurden nach dem sogenannten Cook&Chill-Verfahren zubereitet, wie es in Kantinen von Kitas, Schulen und Altenheimen gängig ist. Zunächst werden die Speisen heiß abgefüllt, dann schnell abgekühlt - bis sie schließlich wieder erhitzt und für den Verzehr in Aluschalen warm gehalten werden.

Empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder oder Senioren sollten aufpassen

Alle untersuchten Proben haben nach der Warmhaltephase den Grenzwert von fünf Milligramm Aluminium je Kilogramm Lebensmittel erheblich überschritten, wie das BfR mitteilt. Die Ergebnisse ließen sich verallgemeinern, da das Phänomen materialspezifisch sei.

Aluminiumverbindungen sind ein natürlicher Bestandteil des Trinkwassers und vieler Lebensmittel, wie beispielsweise Früchte und Gemüse. Gesunde Menschen scheiden Aluminium mit dem Urin aus. Das Leichtmetall kann sich aber im Laufe des Lebens in Lunge und Skelettsystem anreichern. Wird der Wochen-Grenzwert für Erwachsene von etwa einem Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht überschritten, führt dies jedoch nicht zwingend zu Gesundheitsschäden. BfR-Präsident Andreas Hensel empfiehlt dennoch, eine weitere Aufnahme durch Kantinenessen zu reduzieren. "Dies gilt vor allem für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder oder Senioren, die unter Umständen täglich Speisen verzehren, die in Aluminiumschalen warmgehalten werden."

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