Schmerzen während der Geburt Was Linderung bringt

Die Stärke des Wehenschmerzes ist von Frau zu Frau verschieden. Was sie dagegen tun will, auch. Dennoch sollten sich Schwangere mit den Vor-und Nachteilen von PDA, Spinalanästhesie, Akupunktur und Aromatherapie während der Geburt vertraut machen.

Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, können ihre Fantasie noch so sehr bemühen: Die Schmerzen der Geburt können sie sich nicht vorstellen. Sie glauben nur zu gerne, dass alles schon nicht so schlimm werden wird. Und selbst für romantische Vorstellungen, dass eine Geburt sanft und sogar lustvoll sein kann, sind manche Frauen empfänglich. Schmerzmittel während der Geburt? Niemals!

Im Kreißsaal kann die Realität aber anders aussehen. Studien zufolge hatten bis zu 50 Prozent der Frauen, die während der Geburt Schmerzmittel verlangten, dies zuvor strikt abgelehnt. Die Folge: Sie waren schlecht informiert über die Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Ganz verdenken kann man das den Frauen allerdings nicht, denn auch Wissenschaftler haben längst nicht bei allen Methoden den zweifelsfreien Wirknachweis.

Forscher der für ihre besondere Sorgfalt bekannten Vereinigung Cochrane Collaboration haben die gängigsten Verfahren untersucht. Sichere Nachweise für die schmerzlindernde Wirkung fanden sie nur für die medikamentösen Methoden. Zu den verbreitetsten gehören:

[] Periduralanästhesie (PDA): Sie ist die Standardmethode zur Schmerzlinderung. Unter örtlicher Betäubung wird ein dünner Schlauch im Lendenbereich in den Wirbelkanal der Schwangeren geschoben. Er gibt ein lokales Betäubungsmittel ab, das den Schmerz nach etwa 15 Minuten auf ein erträgliches Maß schwinden lässt - und dies bei 96 Prozent der Frauen. Das Medikament geht nicht auf das Kind über.

Diesem Vorteil stehen allerdings einige Nachteile entgegen. So verlängert sich durch die PDA die zweite Geburtsphase, in der die Frau das Kind durch den Geburtskanal presst. Die Verzögerung beträgt im Durchschnitt etwa eine Viertelstunde. Außerdem müssen bei Geburten mit PDA etwas häufiger Geburtszangen oder Saugglocken eingesetzt werden.

Weitere Nebenwirkungen können plötzlicher Blutdruckabfall, Fieber, spätere Blasenentleerungsstörungen und Kopfschmerzen der Mutter sein. Als unangenehm empfinden es Frauen zudem, dass sich bei höherer Dosierung des Betäubungsmittel, die Beine schwach oder taub anfühlen und die Bewegungsfähigkeit vorrübergehend einschränken.

[] Spinalanästhesie: Hierbei führt der Arzt in Lendenhöhe eine Spritze in den Wirbelkanal und gibt ein Schmerzmittel in das Gehirnwasser, das Hirn und Rückenmark umgibt. Die Wirkung tritt bereits nach einigen Minuten ein. Diese Methode wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Geburt schon sehr weit fortgeschritten ist und rasche Schmerzerleichterung gebraucht wird. Mitunter wird sie auch mit der PDA gekoppelt, um sehr schnell Erleichterung zu verschaffen. Als Nebenwirkung berichten manche Frauen von Kopfschmerzen.

[] Opiate: In der Eröffnungsphase der Geburt werden mitunter Opiate, also Verwandte des Morphiums, verabreicht. Meist werden sie in das Gesäß gespritzt. Sie wirken schmerzstillend und beruhigend und können dazu beitragen, dass sich der Muttermund schneller öffnet. Nebenwirkungen können Übelkeit, Erbrechen und Schwindel sein. Beim Kind können nach der Geburt Atemprobleme auftreten.