Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft Notwendige Supplemente

Einigkeit herrscht darüber, dass Folsäure in der Frühschwangerschaft unverzichtbar ist. Fehlt das Medikament, kann es zum so genannten Neuralrohrdefekt des Kindes kommen. Er geht mit sehr schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder dem Tod des Kindes einher.

Die Crux: Folsäure wird schon in der dritten bis vierten Woche nach der Befruchtung benötigt. Zu diesem Zeitpunkt wissen manche Frauen aber noch gar nicht, dass sie schwanger sind, geschweige denn, welche Ergänzungsmittel sie brauchen. Daher wird Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, schon vor Eintritt einer Schwangerschaft täglich 400 Mikrogramm Folsäure einzunehmen.

Dass dieser Empfehlung nicht ausreichend gefolgt wird, zeigte die Münchner Untersuchung: Nur 34 Prozent der jungen Mütter hatten vor ihrer Schwangerschaft Folsäure genommen. Während der Schwangerschaft stieg der Anteil auf 85 Prozent, eine Rate, die immer noch nicht ausreicht.

Einige Länder vertrauen daher gar nicht erst auf Appelle an junge Frauen, sondern bringen Folsäure pauschal unters Volk, indem sie Grundnahrungsmittel wie Mehl mit dem Vitamin versetzen. So weit gehen deutsche Experten nicht, denn noch ist nicht wirklich sicher, welche Nebenwirkungen hohe Folsäure-Dosen haben können.

"Die Datenlage ist unzureichend und widersprüchlich", sagt Gerhard Rechkemmer vom Max Rubner-Institut. Dennoch bewertet er den Nutzen auch in der späteren Schwangerschaft für größer als die Risiken: "Auch in den späteren Phasen ist Folsäure für die Entwicklung des Kindes wichtig", sagt der Experte. Insbesondere für die Differenzierung der verschiedenen Gewebe habe sie eine Bedeutung.

Viele Experten empfehlen Frauen darüber hinaus die Einnahme von Jod. Der Bedarf steigt in der Schwangerschaft um etwa 20 Prozent, erläutert Hauner. Jodmangel erhöht das Risiko für Fehlgeburten und Fehlbildungen beim Nachwuchs. Schwangere sollten daher etwa 100 Mikrogramm Jod pro Tag einnehmen, empfiehlt auch Rechkemmer und ergänzt: "Schwerwiegende Risiken oder Nebenwirkungen sind bei dieser Dosierung nicht bekannt".

Mit Folsäure und Jod enden die pauschalen Empfehlungen schon. Alle anderen Supplemente sind im Normalfall überflüssig oder ihr Nutzen ist nur unzureichend bewiesen.