Drogenkonsum und die Folgen So gefährlich ist der Konsum von Heroin

Heroin ist eine grausame Droge. Wenige Minuten Rausch werden mit raschem körperlichem Verfall, sozialer Verelendung und dem großen Risiko einer Überdosis erkauft.

Von Katrin Neubauer

Heroinkonsum ist lebensgefährlich. 2012 war fast jeder zweite Drogentote in Deutschland ein Junkie. Überdosierungen, Krankheiten und prekäre Lebensbedingungen bedrohen die Konsumenten. Ein Überblick.

Woraus wird Heroin hergestellt?

Heroin gehört zur Substanzgruppe der Opiate. Es wird aus Schlafmohn gewonnen, der von der Türkei bis nach Südostasien angebaut wird. Es ist eng verwandt mit Schmerzmitteln wie Morphium. Der Wirkstoffgehalt des Heroins schwankt zwischen 10 und 95 Prozent. Oft sind gefährliche Stoffe wie das giftige Strychnin beigemischt.

Welchen Effekt hat die Droge?

Heroin wirkt beruhigend, entspannend und schmerzlösend. Bei gleichzeitiger Euphorie dämpft es die geistige Aktivität. Negative Empfindungen wie Angst, Unlust, Leere, Probleme und Belastungen werden ausgeblendet. Konsumenten fühlen sich glücklich und zufrieden. Der wohlige Effekt hält allerdings nur einige Minuten an. Danach werden die Junkies für mehrere Stunden schläfrig. Wenn die Wirkung vorbei ist, verlangt der Körper sofort nach mehr. Heroinkonsumenten in Deutschland greifen meistens zur Spritze. Das bräunliche kristalline Pulver kann aber auch geraucht oder geschnupft werden.

Was sind die Folgen des Heroinkonsums?

Der Konsum wirkt verheerend. Bedingt durch die ungünstigen Lebensumstände, Verunreinigungen der Droge und der Nadeln müssen Langzeitnutzer mit körperlichen Folgen wie Leberschäden, Magen- und Darmstörungen, Karies und Zahnausfall sowie Erkrankungen der Lunge rechnen. Durch Spritzen kann es zu Infektionen wie HIV und Hepatitis kommen. Häufig bilden sich Abszesse an den Einstichstellen und Entzündungen von Lymphgefäßen. Venenschädigungen und Herzentzündungen sind keine Seltenheit. Bei Männern wirkt sich Heroin auf die Potenz, bei Frauen auf die Menstruation aus. Psychisch stellen sich Konzentrations- und Lernschwierigkeiten ein. Die Sucht vermindert das geistige Aufnahme- und das Erinnerungsvermögen, führt zu Introvertiertheit und Appetitlosigkeit, macht ziellos, interesselos und depressiv.

Wie stark ist die Abhängigkeit?

Heroin führt sehr schnell in die körperliche und psychische Abhängigkeit. Die körperlichen Entzugssymptome sind heftig: Schwitzen, Frieren, Zittern, starke Gliederschmerzen, Schlafstörungen bis hin zu Kreislaufzusammenbrüchen. Süchtige versuchen, den Entzug um jeden Preis zu vermeiden. Da die Sucht die finanziellen Möglichkeiten der meisten Abhängigen übersteigt, verelenden viele von ihnen. "Ich wurde vergewaltigt, geschlagen, überfallen, ausgeraubt, verhaftet, obdachlos, krank und verzweifelt. Ich wusste, dass niemand einen solchen Lebensstil lange aushalten kann...Ich dachte, dass sterben auf jeden Fall besser wäre, als ein Junkie zu sein", erinnert sich eine Heroinsüchtige an die Zeit, als sie an der Nadel hing.

Warum sterben so viele Junkies?

Das Risiko, dass ein Trip tödlich endet, ist bei keiner anderen Droge so hoch wie bei Heroin. Denn der Spielraum zwischen Verträglichkeit und Überdosis ist sehr gering. Ein "Schuss" Heroin enthält in der Regel zehn Milligramm des Pulvers. Für jemanden, der nicht daran gewöhnt ist, können auch schon fünf Milligramm tödlich sein. Aber auch Konsumenten mit Drogenerfahrung können an einer Überdosis sterben, wenn sie aufgrund zunehmender Entzugssymptome die Menge des Rauschgifts zu schnell erhöhen. Besonders gefährlich ist, wenn Heroin mit Kokain zum so genannten Speedball gemischt wird. Beide Substanzen können sich in ihrer Wirkung verstärken.

(Quellen: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Drogen- und Suchtberichte der Bundesregierung)