Daten der WHO Luftverschmutzung verursacht sieben Millionen Todesfälle im Jahr

Neun von zehn Menschen weltweit atmen einem WHO-Bericht zufolge Luft mit zu hoher Schadstoffbelastung ein.

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Betroffen sind besonders Menschen in ärmeren Ländern in Asien und Afrika. Die verdreckte Luft gefährde aber alle, betonte der WHO-Chef.

Durch das Einatmen verschmutzter Luft sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa sieben Millionen Menschen pro Jahr. Die Regierungen müssten entschlossener gegen die tödliche Verschmutzung ankämpfen, forderte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Seinen Angaben zufolge atmen neun von zehn Menschen weltweit Luft ein, die eine zu hohe Konzentration an Schadstoffen aufweist. "Die Luftverschmutzung bedroht uns alle", erklärte Tedros. Die Hauptlast trügen aber Menschen in den ärmsten Weltregionen. Etwa 90 Prozent aller Todesfälle durch Schmutzluft seien in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verzeichnen. Asien und Afrika seien die Brennpunkte der Krise.

3,8 Millionen der Todesfälle gehen auf schlechte Luft in Innenräumen zurück. Schädlich wirkt hier in erster Linie der Rauch aus offenen Feuerstellen.

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Den Angaben zufolge verursacht verschmutzte Luft ein Viertel aller tödlich verlaufenden Herzerkrankungen bei Erwachsenen. Ein Viertel aller Schlaganfälle, knapp 30 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs und 43 Prozent aller chronischen Lungenleiden lassen sich laut WHO ebenfalls darauf zurückführen.

Die Zahlen sind seit Jahren unverändert. Zwar gebe es Anstrengungen, saubere Kraftstoffe und Technologien zu stärken, dennoch könnten viele Länder vor allem im Afrika südlich der Sahara nicht Schritt halten, warnt die Behörde. Die Angaben beruhen auf Schätzungen, deren Basis nicht in allen Ländern vollständig ist. Mittlerweile liefern 4300 Städte Daten zur Luftqualität, zwei Jahre zuvor waren es nur 3000.