Anti-Tabak-Politik der WHO Millionen geretteter Leben

Rauchverbote, höhere Tabaksteuern und Warnhinweise auf Zigarettenschachteln sind nach einer Berechnung der WHO effektiv. Millionen vorzeitiger Todesfälle können weltweit verhindert werden.

Durch den staatlichen Kampf gegen das Rauchen werden nach Berechnungen von Wissenschaftlern aus den USA bis zum Jahr 2050 voraussichtlich mehr als sieben Millionen Menschen vor einem frühzeitigen Tod bewahrt. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des Medizinischen Zentrums der Georgetown University in Washington. In einer Studie untersuchten sie die Wirksamkeit von Maßnahmen gegen den Tabakkonsum, die von Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vereinbart worden waren - darunter zum Beispiel Warnungen auf Zigarettenschachteln und Werbeverbote.

"Es ist eine spektakuläre Erkenntnis, dass Regierungen durch die Anwendung dieser einfachen Maßnahmen zur Tabakeindämmung so viele Leben retten können", erklärte David Levy, der Leiter des Forscherteams, zur Veröffentlichung der Studie, die im Bulletin der WHO erschien.

Für die Studie analysierte das Team Daten aus 41 Ländern zur Umsetzung des 2005 in Kraft getreten WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakgebrauchs. Dieser völkerrechtliche Vertrag ist von mehr als 160 Ländern unterschrieben worden. Darunter auch von Deutschland, dessen Daten für die Studie allerdings nicht berücksichtigt wurden.

Die Unterzeichner des WHO-Rahmenübereinkommens haben sich zur Anwendung einer Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung des Rauchens verpflichtet - darunter gesetzlich vorgeschriebene Warnungen auf Tabakprodukten, Werbeverbote, Einschränkungen beim Vertrieb, die Verteuerung von Tabakprodukten durch Steuern sowie die Förderung von Programmen zur Nikotin-Entwöhnung.

In den 41 untersuchten Ländern - darunter auch Staaten wie Spanien, Griechenland, Italien sowie Thailand, Ägypten und Iran - leben insgesamt etwa eine Milliarde Menschen. Die Studie geht von Erhebungen aus, wonach jeder zweite Raucher durch vom Tabakkonsum verursachte Krankheiten vorzeitig stirbt.

Zwischen 2007 und 2010 gaben in den untersuchten Ländern so viele Menschen das Rauchen auf, dass dort die Zahl vorzeitiger Todesfälle unter Ex-Rauchern bis 2050 von 14,8 Millionen auf 7,4 Millionen sinken könnte. Allerdings wurde nicht erfasst, wie viele Menschen das Rauchen möglicherweise auch ohne die WHO-Maßnahmen aufgegeben hätten.