Auch ein Jahr nach der Lehman-Pleite haben die Banken nichts gelernt. Die Stiftung Warentest stellt ihnen für ihre Beratungen ein verheerendes Zeugnis aus. Verbraucherschutzministerin Aigner will jetzt durchgreifen.
Wer Geld anlegen will, kann sich laut Stiftung Warentest nach wie vor nicht auf seinen Bankberater verlassen. In 147 Beratungsgesprächen im Zuge eines Tests hätten die meisten weder nach der Finanzlage der Kunden gefragt, noch ausreichend über Produkte und deren Risiken aufgeklärt - trotz gesetzlicher Vorschrift und der Lehren aus der Finanzkrise.
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"Berater sind immer auch Verkäufer." Die Banken beraten ihre Kunden nach wie vor schlecht. (© Foto: ddp)
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"Es ist ein Blamage", sagte Stephan Kühnlenz, der Fachmann der Stiftung für Finanzdienstleistungen, am Dienstag in Berlin.
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) zeigte sich von den Ergebnissen des Tests geschockt. Sie forderte höhere Anforderungen für Berater und Vermittler. "Die Haftung für Finanzprodukte und deren Vertrieb muss verschärft werden."
"Gute" Beratung gab es nirgends
Beim Vergleich von Beratungsgesprächen in 21 Banken und Sparkassen hatten die Warentester keinen Sieger ermitteln können. Die meisten Institute erhielten die Note "ausreichend", die Ostsächsische Sparkasse und die BW Bank sogar "mangelhaft". Nur die Commerzbank, die Kreissparkasse Köln und die Berliner Sparkasse schafften gerade noch ein "befriedigend". "Gute" Beratung gab es demnach nirgends.
In den Beratungsgesprächen simulierten die verdeckten Tester nach eigenen Angaben Gespräche, wie sie auch Anleger geführt haben könnten, denen vor der Finanzkrise riskante und undurchsichtige Papiere angeboten wurden: Sie wollten 30.000 Euro für fünf Jahre sicher anlegen und vier Prozent Rendite erzielen - laut Stiftung derzeit eine Illusion.
Doch darüber klärte ein Drittel der Berater nicht auf. Auch die simple Weisheit, dass mehr Rendite auch mehr Risiko bedeute, behielten sie demnach für sich.
Selbst Volksbanken hätten komplizierte und riskante Zertifikate empfohlen, andere rieten den auf Sicherheit bedachten Anlegern zu Aktien- und Rohstofffonds. "Berater sind immer auch Verkäufer", sagte Kühnlenz.
Ministerin Aigner nannte die Ergebnisse alarmierend. "Offenbar haben viele Banken aus der Krise nichts gelernt." Die CSU-Politikerin kündigte für diesen Freitag einen Runden Tisch mit Finanzexperten und Verbraucherschützern an. Sie forderte einen gesetzlichen "Beipackzettel" für Geldanlagen, bei dem die Kunden Chancen und Risiken auf einen Blick erkennen können.
Beweismittel für mögliche Streitigkeiten
Laut Stiftung Warentest muss der Berater dem Kunden von Januar 2010 an ein unterschriebenes Exemplar des Beratungsprotokolls aushändigen. Damit könnten Kunden die Empfehlungen zu Hause überdenken und hätten ein Beweismittel für mögliche Streitigkeiten mit der Bank in der Hand.
(sueddeutsche.de/dpa/pak)
Debatte über Urheberrecht
ist es, von einem Verkäufer, der für eine Bank oder Versicherung arbeitet, objektive Beratung im Interesse des Kunden zu erwarten oder zu verlangen.
Man stelle sich mal eine analoge Situation bei einem Auto"berater" vor. Er müsste in 90% aller Fälle sagen:
"Das Auto ist zu gross für Sie. Sie können es sich nicht leisten"
"Denken Sie auch an Ihre Altersversorgung, an die Ausbildung Ihrer Kinder. Das Geld wird Ihnen dort fehlen." etc. etc.
Eine gewisse Heuchelei ist nicht zu übersehen! Es wurden in den vergangenen Monaten von anderer Seite viel Banken getestet und die Ergebnisse waren alle ähnlich niederschmetternd wie die der Stiftung Warentest. Und die Statements waren auch immer die gleichen. Das vor allem deshalb, weil die Mitarbeiter in den Banken unter ungeheuren Druck gesetzt wurden und werden. Es liegen ja nun schließlich in der Öffentlichkeit zahlreiche Belege für die Unverschämtheit einiger Bank-Manager vor. Das rührt diese scheinbar wenig. Es muss also der Druck von außen erhöht werden, um das " Verantwortungsbewusstsein" zu stärken, wie es so herrlich lapidar in der Politik immer heißt.
Ministerin Aigner nannte die Ergebnisse alarmierend. "Offenbar haben viele Banken aus der Krise nichts gelernt."
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Doch. Man kann munter weiter machen. Frau Aigner, aufwachen!
Ich kann nur jedem empfehlen, einen Honorarberater zu kontaktieren. Der empfiehlt einen zum einen eine breitere Palette an Produkten, zum anderen kommt es auch billiger. Wenn ich (wie die Modellkunden) 20000 anlegen will, kommen schnell 5% Gebühren (Ausgabeaufschlag, Provision usw.) zusammen. Macht also 1000. Da zahle ich lieber 3-400 Euro für eine unabhängige Beratung bei einem Honorarberater, der nicht unter Druck gesetzt wird und spare die 600-700 !
Weiterer Vorteil: Der Honorarberater nervt mich nicht mit Anrufen und versucht mir immer neue Sachen aufzuschwatzen sondenr meldet sich nur in mit ihm vereinbarten Intervallen bzw. wenn ich ihn anrufe.
Ein Kredit kostet die Bank heute etwa 0,1%
Ein Kredit für eine Person in Höhe von 15.000 kostet den Beantragenden 23.000
Diese Person hat aber im Laufe seines (Arbeits-)Lebens etwa 20.000 Schulden der Bank abgezahlt.
Ich weiß nicht, ob diese Geschichte lustig ist -
Paging