Waterfronts sind beliebte neue Quartiere. Die Docklands in London, der Medienhafen in Düsseldorf, die Hafencity in Hamburg, die Mediaspree in Berlin. Spinnen leben überall, ein Problem scheinen sie nur in der Hafencity zu sein. Das mag daran liegen, dass sie das erste Edelhafenviertel ist, in dem Menschen nicht nur vorrangig arbeiten, sondern auch wohnen. Ein Drittel ist Wohnfläche. "Viele schätzen Natur nur noch selektiv, allenfalls Vogelgezwitscher ist erwünscht", sagt Jutta Schneider.
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Die Professorin der Uni Hamburg ist Anja Kleinteichs Chefin und hat eine Firma gegründet, die SpiderSolutions heißt und zum gewässernahen Bauen berät. In der Hauptrolle: die Brückenspinne. Schneiders Kompagnon ist Betriebswirt, Architekten sind ebenso im Team wie Biologen, bald auch Anja Kleinteich. "Das Interesse ist groß", sagt Jutta Schneider.
Bislang kümmern sich Architekten kaum um Spinnen, man habe andere Sorgen, gibt ein Berufsvertreter zu. "Investoren interessieren sich nicht für Biologie, aber sehr für Gewinn", sagt Jutta Schneider. Den könnten Spinnen empfindlich schmälern, allein die hohe Zahl von Menschen, die sich vor ihnen ekelten, führe zu Leerständen. Wenn Investoren auf Bauten sitzenblieben, würde sich automatisch auch bei den Architekten etwas ändern.
Die Breitenwirkung dauert, Anja Kleinteich aber profitiert persönlich von dem Projekt: Sie besiegte endgültig ihre Spinnenphobie. Psychologen haben ihr Plastikspinnen auf die Hand gesetzt, ihr Imitate ins Portemonnaie gesteckt. Ohne Erfolg. Sie wollte schon auf Mäuse umsatteln, doch dann half die tägliche Begegnung mit den Tieren gegen die Angst. "Hinzusehen hilft", rät sie allen Leidgeprüften: "Es sind faszinierende Tiere, vor allem wenn sie kunstvoll ihre Netze spinnen."
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(SZ vom 10. 09. 2009 /als)
Eurovision Song Contest
"bis zu 1cm Körperumfang":
1cm Umfang (im Querschnit) = einige mm im Körperdurchmesser...Das ist eigentlich ziemlich winzig...
Der Vorteil ist, in den anderen Stadtteilen werden dann weniger Spinner(n) sein. Auch geben die kecken Kerlchen mit ihren langen Beinchen ein wenig Leben in die kalte Umgebung.
Haben wir vor 2 Jahren live erlebt :-), schon faszinierend. Ist aber auch klar, so eine Fassadenleuchte ist doch super für Spinnen: zieht Insekten an. Und praktische Ecken gibts da haufenweise. Tja so ist nunmal Evolution... Wenn das mit den Vögeln stimmt, hülfe da vielleicht Bäume pflanzen. Schadet auch sonst nicht.
"...Spinnen leben überall, ein Problem scheinen sie nur in der Hafencity zu sein..."
Stimmt nicht ganz: in Prag kann man die Brückenspinnen auch entlang des Flusses sehen, jede Laterne ist dort dicht eingepackt mit Netzen, in denen sich massenhaft Spinnen tummeln, auch die Brückengeländer sind voll.
Bäume gibt es dort allerdings ausreichend, das mit den Vögeln als natürlicher Feind klappt dort trotzdem nicht. Die Mücken scheinen denen besser zu schmecken als die Spinnen, vielleicht sind aber auch die dichten Netze ein guter Schutz vor den Vögeln.
Das muss man wirklich mal gesehen haben, die Stadtbesichtigung wird da mal schnell zur Mutprobe :-)
Lieber Rhinelander,
vielen Dank für den Hinweis. Wir haben dieses dicke Ding selbstverständlich sofort ausgebessert.
Grüße vom Moderator
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