Allein in das X1-Indexzertifikat - X1 ist ein Ableger der K1-Fonds - , das von der britischen Bank Barclays ausgegeben wurde, sollen deutsche Anleger rund 50 Millionen Euro gesteckt haben. Noch mehr Kapital dürfte in die K1-Genussscheine investiert worden sein. Diese Papiere sind gesetzlich ungeregelt und die Gewinnausschüttungen an besondere Bedingungen geknüpft, mitunter müssen Anleger für Verluste geradestehen.
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Finanzvermittler verdienten viel Geld
Einen solchen Genussschein hat auch der zerknirschte hessische Unternehmer für seine 45.000 Euro gezeichnet. Sein Finanzberater, der ihm das Wertpapier verkauft hat, vertröstet ihn gerade mit den Worten: "Kiener ist unschuldig, es ist eine große Verschwörung, die Anwälte prüfen gerade, wie man vielleicht doch noch das Geld zurückgeben kann." Alle von der SZ kontaktierten Vermittler von Kiener-Fonds verteidigten den 50-Jährigen.
Die Finanzvermittler haben mit Kiener-Produkten über die Provisionen viel Geld verdient. "Neben den sechs Prozent Ausgabeaufschlag kam noch eine Bestandspflegeprovision von 1,75 Prozent jährlich dazu", sagt einer aus der Branche. Das sei das Dreifache dessen, was Vermittler beim Verkauf normaler Investmentfonds erhielten. "Der Vertrieb dieser Produkte ist vermutlich nicht über Banken oder Vermögensverwalter, sondern wie im Falle Phoenix nur über Finanzdienstleister erfolgt", sagt Frank Erhard, Vorstandschef von Rising Star, einem Anbieter alternativer Investments.
Schicke Prospekte reichten
Im Jahr 2005 wurde bekannt, dass Phoenix Kapitaldienst 30.000 Anleger um rund 400 Millionen Euro betrogen hatte. Ebenso wie die Phoenix-Verantwortlichen ging auch Kiener mit einer angeblich genialen Handelsstrategie hausieren. Und vielen Kunden reichte es, wenn Kiener seine Erfolge in schicken Prospekten darlegte. Laut Haftbefehl hat er das Geld allerdings für sich, seine Flugzeuge, Hubschrauber, Häuser und Mitarbeiter abgezweigt. Verlangte ein Sparer sein Geld zurück, bezahlte er es wohl aus dem Kapital der Neukunden.
Kiener bekam von 2002 an Ärger mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin und registrierte seine Fonds daraufhin auf den britischen Virgin Islands. Deutsche Profis wussten, dass man die Finger von seinen Produkten lässt, was den Briten, Franzosen und Amerikanern offenbar entging. Manche wussten aber auch, dass die K1-Produkte ideal sind für bestimmte Zwecke. "Ich habe in den letzten Jahren immer wieder aus Finanzkreisen gehört, dass in die K1-Fonds vor allem Schwarzgeld geflossen ist", sagt der Fondsanalyst Heinz Gerlach.
Fonds in Lebensversicherung verpackt
Der K1-Fonds wurde über Vertriebsleute in Asien und Lateinamerika verkauft. Auch im deutschsprachigen Ausland gelang Kiener ein Coup: Er ließ seine Fonds in eine Lebensversicherung verpacken. Die Vienna Life in Lichtenstein trat als Verkäufer auf. Das Unternehmen gab jetzt bekannt, dass rund 1600 Policen im Wert von 10 Millionen Euro an Sparer verkauft wurden. Anwälte wollen gegen Vienna Life vorgehen.
"Hier könnte Prospekthaftung vorliegen, ebenso wie bei Barclays-Zertifikaten", sagt der Anwalt Peter Mattil. "Schließlich wurde in dem Barclays-Prospekt mit Kiener geworben", so Mattil: "Auch die Gesellschaften bürgerlichen Rechts sind erwähnt, wegen denen Kiener die Verbotsverfügung der Bafin bekommen hatte."
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(SZ vom 04.11.2009/tjon/pak)
Debatte über Urheberrecht
sind im Mittel 15% Netto nach Abzug aller Provisionen. Die Deutsche Bank hat (angeblich) 25% Eigenkapitalrendite.
Mitleid? Nicht im Ansatz.
Gier ist selten ein guter Berater bei der Geldanlage.