Von G. Bohsem

Die gesetzlichen Krankenkassen sollen direkt mit den Pharma-Herstellern um die Rabatte feilschen. Doch auch die Privatanbieter könnten von den Rabatten profitieren.

Die privaten Krankenversicherer wollen sich an den Verhandlungskosten beteiligen, wenn sie in den Genuss von Pharma-Rabatten kommen. "Die PKV steht bereit, sich mit allen Rechten und Pflichten zu beteiligen", sagte PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach. Dabei sei eine Abstimmung mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Kassen über eine faire finanzielle Lastenverteilung bei der Nutzenbewertung innovativer Arzneimittel möglich.

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Mengenrabatt - der sollte eigentlich nur für die gesetzlichen Krankenkassen gelten. Doch nun sollen wohl auch die Privatkassen profitieren. (© ddp)

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Trotz anfänglicher rechtlicher Bedenken erwägt die schwarz-gelbe Koalition, auch die Privatkassen von den Rabatten profitieren zu lassen, die die gesetzlichen Krankenkassen in Zukunft mit der Pharma-Industrie aushandeln sollen. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn hatte dabei eine Beteiligung der privaten Unternehmen eingefordert.

Nach Leienbachs Worten dürfe es angemessene Pharma-Preise nicht nur für Kassenmitglieder geben. "Wenn der Gesetzgeber die Patienten vor unverhältnismäßigen Belastungen schützen will und Rabatte verordnet, muss das für alle Patienten gelten."

Seitdem die schwarz-rote Koalition die Versicherungspflicht eingeführt habe, müsse der Gesetzgeber auch einen Versicherungsschutz zu dauerhaft bezahlbaren Preisen ermöglichen. Für unterschiedliche Qualität, Service und Leistung erstatte die PKV selbstverständlich auch unterschiedliche Preise. Gleichzeitig erneuerte Leienbach die Forderung seines Verbandes, auch mit anderen Leistungserbringern verhandeln zu dürfen. Damit sind beispielsweise Honorare der Ärzte gemeint.

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(SZ vom 09.09.2010/mel)