Krügerrand Das ist das meistverkaufte Goldstück der Welt

Am 3. Juli 1967 wurde die erste Krugerrand-Münze mit dem Springbock geprägt - hier eingerahmt von australischen Gold Nuggets mit Känguru.

(Foto: Bloomberg)

Einst war der Krügerrand vor allem ein Sammlerstück, heute ist er zudem steuerfreie Geldanlage - und in Südafrika noch immer offizielles Zahlungsmittel.

Von Benedikt Müller

Der stolze amerikanische Adler, das filigrane kanadische Ahornblatt und die entzückenden Pandas auf der chinesischen Yuan-Goldmünze: Sie alle haben keine Chance gegen den Springbock aus Südafrika, der seit genau 50 Jahren den Krügerrand ziert - die meistverkaufte Goldmünze der Welt.

Am 3. Juli 1967 stanzte die südafrikanische Münzprägeanstalt den allerersten Krügerrand. Seitdem haben Sammler weltweit mehr als 60 Millionen Springbock-Münzen gekauft. Vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Krügerrand mit seinen 3,2 Zentimetern Durchmesser der Inbegriff der Goldmünze schlechthin, Kaufpreis: gut 1130 Euro.

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Begehrt macht den Krügerrand sein Status als offizielles Zahlungsmittel: Die südafrikanische Zentralbank garantiert, dass sie die Münze jederzeit zum Gegenwert einer Feinunze Gold zurücknimmt. Dieser Status macht das Goldstück zur steuerfreien Geldanlage. Wie viel die 31 Gramm Gold im Krügerrand wert sind, lässt sich täglich nachlesen: Zuletzt notiert die Feinunze Gold bei gut 1240 Dollar, sechs Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.

Und dann ist der Krügerrand auch noch pflegeleicht, steckt er das Gold doch in einen Schutzanzug: Die Münze besteht nur zu knapp 92 Prozent aus Gold. Die restlichen Gramm Kupfer in der Legierung verleihen dem Hartgeld - neben dem leicht rötlichen Farbton - mehr Widerstandsfähigkeit. "Weil ein Krügerrand nicht verkratzt, kann man ihn immer wieder gut verkaufen", sagt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Geschäftsführer des Goldhändlers Degussa in Frankfurt. Reine Goldbarren hingegen erzielen oft einen niedrigeren Preis, wenn man sie "gebraucht" verkauft. Einfach praktisch, dieser Krügerrand.

Der Krügerrand gewinnt an Wert, wenn Unsicherheit herrscht

Die Münze aus Südafrika hat vor 50 Jahren Gold-Investments demokratisiert: Dank dem Goldstück, das im Original genau eine Feinunze Gold enthält, können auch Menschen mit durchschnittlichem Vermögen in Gold anlegen. Damals lag der Goldpreis zunächst weltweit fest bei 35 Dollar je Feinunze, samt fester Wechselkurse für alle anderen Währungen.

Seit 1973 bilden sich der Goldpreis und die Währungskurse auf den Finanzmärkten. Seitdem gewinnt der Krügerrand vor allem dann an Wert, wenn sich Anleger vor Inflation oder Kriegen fürchten und Gold als Krisenwährung kaufen. Seit der Jahrtausendwende, in Zeiten von Terror und Währungskrisen, steigt die Nachfrage nach dem Edelmetall an. Im Jahr 2008 ist der Goldpreis erstmals über 1000 Dollar je Unze gestiegen. "Die globale Finanzkrise war ein wichtiger Meilenstein, der sehr geholfen hat", sagt Tumi Tsehlo, Geschäftsführer der südafrikanischen Münzprägeanstalt. Der Marktpreis hängt aber auch davon ab, wie viel Gold die Elektroindustrie, die Zahntechnik und die Schmuckindustrie als Rohstoff nachfragen.

So eignen sich Goldmünzen als kleine Beimischung zur Geldanlage. Und natürlich als Sammlerstück: Gerade Krügerrand besonderer Jahrgänge erzielen höhere Preise als der reine Materialwert des enthaltenen Goldes: Erstlinge von 1967 etwa oder seltene Münzen aus der Apartheid-Zeit.

Der Ursprung jedes Krügerrand ist die Rand Refinery im Westen Johannesburgs. In dieser Goldschmelze werden die legendären Münzen seit 50 Jahren gestanzt. Mehr als eine Million Stück stellt die Firma jährlich her; 30 Prozent davon gehen nach Deutschland, teilt die Raffinerie mit. Zum Jubiläum kommen nun limitierte Ausgaben mit der Jahreszahl 2017 auf den Markt. Allen voran ein Riesen-Krügerrand, der mit seinen zehn Zentimetern Durchmesser alleine einen Materialwert von mehr als 50 000 Euro aufweist.

Jede Krügerrand-Münze fliegt schließlich per Hubschrauber in die südafrikanische Münzprägeanstalt. Diese macht das Goldstück zum Zahlungsmittel, indem sie den legendären Springbock, das Nationaltier Südafrikas, auf die eine Seite der Münze prägt. Auf der anderen prangt das Konterfei von Paul Kruger. Der Nachkomme deutscher Zuwanderer war von 1882 bis 1902 Präsident der Republik Südafrika. Nach ihm sind die Münzen benannt, sodass Händler und Anleger hierzulande den Namen schön eindeutschen konnten: Krügerrand. Noch so ein Vorteil für hiesige Sammler.