Von Catherine Hoffmann

Anleger wetten darauf, dass die europäische Währung durch die Griechenland-Krise noch schwächer wird. Politik und Justiz wittern eine Verschwörung.

Als Großinvestor George Soros 1992 erfolgreich das britische Pfund angriff, wurden Hedgefonds zum Buhmann der Politiker. Heute müssen sie wieder als Feindbild herhalten. Europa bangt um den Euro, die Staatsanleihen vieler Mittelmeerländer stehen unter Druck - und Europa nimmt die Spekulanten ins Visier.

Akropolis, Foto: dpa

Die Griechenland-Krise zieht den Euro in die Tiefe - Politik und Justiz wittern eine Hedgefonds-Verschwörung. (© Foto: dpa)

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Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, drohte Zockern mit "Folterwerkzeugen", falls sie Griechenland weiter in die Enge treiben. Und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will den Handel mit Kreditausfallversicherungen, den Credit Default Swaps (CDS), einschränken.

Mit Wetten gegen griechische Staatsanleihen und den Euro ließ sich zuletzt viel Geld verdienen. Noch im November 2009 hatte die Gemeinschaftswährung ein Jahreshoch bei 1,51 US-Dollar erreicht. Seitdem hat sie mehr als zehn Prozent an Wert verloren und steht nun bei 1,36 Dollar. Hauptgrund für den Einbruch sind die Finanznöte Griechenlands.

Griechenlands Kreditrisiko steigt

Das große Staatsdefizit und die hohe Verschuldung Athens haben an den Märkten Wetten auf einen Staatsbankrott ausgelöst, verheerende Folgen für den Euro eingeschlossen. Wer griechische Staatsanleihen gegen eine Pleite versichern will, muss dafür drei Mal so viel zahlen wie Ende Oktober. Die Absicherung von Papieren im Wert von zehn Millionen Euro kostet inzwischen 314.500 Euro, zeitweise betrug die Prämie sogar 420.000 Euro.

Der kräftige Preisanstieg in den vergangenen Monaten spiegelt das gestiegene Kreditrisiko Griechenlands wider. Entsprechend hohe Gewinne konnten Investoren mit den Instrumenten machen, die mit einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz erlauben, auf eine steigende Ausfallwahrscheinlichkeit zu setzen.

Experten zufolge haben die CDS-Geschäfte den Anstieg der Renditen griechischer Staatsanleihen verstärkt. Die Regierung in Athen muss derzeit für Kredite mit zehn Jahren Laufzeit 2,9 Prozentpunkte mehr Rendite bieten als die Bundesregierung.

Während Spekulanten durch ihre Käufe die CDS-Prämien in die Höhe katapultierten, fiel der Wert griechischer Anleihen. Das wiederum bringt die Käufer der Staatspapiere in die Bredouille: Versicherungen und Pensionsfonds müssen eventuell Abschreibungen vornehmen.

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