Deutschland braucht Geld zur Unterstützung darbender EU-Länder. Energisch bestreitet die Regierung, dass sie dafür auf das Gold der Bundesbank schielt.
Schon der frühere Finanzminister Theo Waigel (CSU) hätte zu gern auf das Gold der Bundesbank zugegriffen. Damals wollte er den bundesdeutschen Haushalt vor dem Beitritt zur Währungsunion aufhübschen.
Die Bundesbank hat rund 3400 Tonnen Gold im Wert von rund 88 Milliarden Euro. (© Foto: dpa)
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Gold für Europa? Die Idee hat offenbar ihren eigenen Charme. Denn am Wochenende hieß es nun, das Finanzministerium wolle Gold an den zuletzt emsig diskutierten Europäischen Währungsfonds (EWF) übertragen. Gold für Griechenland, hieße das im Klartext. Am Montag stellte die Regierung indes eilig klar. "Das ist Unsinn." Eine solche Vorstellung gebe es auf Seiten der Bundesregierung nicht, sagte ein Regierungssprecher.
"Entschiedener Widerstand"
Zuvor hatte bereits die Bundesbank "entschiedenen Widerstand" für den Fall angekündigt, dass ihre Goldreserven zur Rettung von Euroländern eingesetzt werden sollen.
Die Begehrlichkeit ist da: Regelmäßig ist in den vergangenen Jahren die Bundesbank von Politikern aufgefordert worden, den deutschen Schatz endlich zu Geld zu machen.
Die Couleur spielte dabei keine Rolle: Neben CSU-Mann Waigel wollten auch die früheren SPD-Finanzminister Peer Steinbrück und Hans Eichel an das Gold ran.
Selbst aus der Bundesbank kamen schon entsprechende Vorschläge: Der ehemalige Notenbank-Präsident Ernst Welteke (SPD) hatte einst dafür geworben, Gold zu verkaufen, den Erlös auf dem Kapitalmarkt anzulegen und mit den Zinsen einen Fonds für Bildung und Forschung zu finanzieren.
Daraus ist dann nichts geworden, obwohl Spekulationen zufolge auch Welteke-Nachfolger Axel Weber zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2004 probiert haben soll, die Verkäufe von Gold zu forcieren. Er habe sich angeblich aber nicht im Vorstand mit dieser Idee durchsetzen können und dann die Pläne nicht weiterverfolgt.
Formal braucht die Bundesbank das Gold nicht mehr. Immerhin 3407 Tonnen davon liegen in den Tresoren - außer der US-Notenbank, die mehr als 8000 Tonnen hat, besitzt keine andere Institution so viel Gold wie Deutschland. Derzeit ist es gut 88 Milliarden Euro wert.
Totes Kapital sei das, dass keine Erträge abwerfe, schimpfen Ökonomen. Durch die hohe Reserve werde unnötig viel Kapital gebunden. Bisher hat sich die Sturheit der Bundesbank allerdings gelohnt, auch wenn es nur das Glück des Untätigen ist: Der Wert des Goldes hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt.
Wenn es mal hart auf hart kommen sollte, ist das Gold allerdings nur schwer zugänglich: Es liegt größtenteils in den USA, weitere Bestände befinden sich in Großbritannien und Frankreich.
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(sueddeutsche.de/mel)
Eurovision Song Contest
Beim Zugriff auf das deutsche Gold gibt es noch ein klitzekleines Problemchen. Das meiste der deutschen Goldreserven lagert in den USA, wobei die Worte "hoffentlich noch" hinzuzufügen sind.
Solche Goldmengen sind de facto nicht marktpreisnah zu verkaufen. Ausnahme: Sie haben bereits einen Abnehmer an der Hand der an einer entsprechend großen Menge interessiert ist.
Im Falle des IMF war das z.B. China - sprich die 400 Tonnen sind über keine Börse gegangen.
Ansonsten wäre wohl der Goldkurs heute im deutlich zweistelligen %-Bereich billiger als aktuell.
Noch unrealistischer wird die Idee des "zwischenzeitlichen Verkaufs" dann wenn man an die Wiederbeschaffung denkt.
Sollte es sich in NY oder London herumsprechen daß ein solventer Käufer wie die BRD (hüstel) größere Positionen aufbauen möchte - dann wäre der Preis sofort durch die Decke.
Jeder Produzent und jeder kleine Spekulant würde in dieser Situation mitverdienen wollen.
Und da reden wir jetzt im Zusammenhang mit Gold von Marktteilnehmern die extrem viel Sitzfleisch mitbringen.
Klar können wir jetzt unser Gold gegen Papiergeld verkaufen. Nur warum sollten wir dies. Papiergeld können wir notfalls per Tastendruck schöpfen. Gold gibt´s weder per Tastendruck noch aus der Druckmaschine.
Die Asien-Krise in den 90ern hat gezeigt, das es im Fall des Falles gut ist nen bissl Gold in der Reserve zu haben. Die süd-koreanische Regierung hat damals die Bürger dazu aufgefordert ihr Privatgold dem Staat zu überlassen, um die Währung zu stützen.
nach dem Prinzip "Wir haben ja...., wir können doch...", beim Verkauf des Goldes die Staatsverschuldung nicht dauerhaft gegen null fahren (und davon sind wir Lichtjahre entfernt), werden unsere Kinder nicht nur eine unanständig hohe Staatsverschuldung haben, sondern auch kein monetäres Gegengewicht!
Aber dies werde ich wohl, jenen höheren Wesen gedankt, welche wir verehren, nicht mehr erleben!
Immer lustig und vergnügt, bis der A........!
Ich bin der Meinung, dass man durchaus einen geringen Teil des Goldes verkaufen könnte, zumal der Preis günstig ist,
allerdings unter der Maßgabe, dass mindestens diese Mengen bei einem niedrigeren Kurs wieder zurückgekauft werden müssen.
Darin allerdings könnte der Knackpunkt liegen, weil politische Ankündigungen und Vorhabenen in diesem Land höchstens noch Tagesaktualität haben und darüber hinaus nicht einmal das Papier mehr wert sind, auf dem sie gedruckt stehen.
Paging