Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft will zwei frühere Manager der WestLB vor Gericht bringen. Der Vorwurf: maßlose Zockerei.
Bei der Westdeutschen Landesbank (WestLB) haben Markus B. und sein damaliger Vorgesetzter Friedhelm B. gut verdient. Die beiden haben dort in großem Stil mit Aktien gehandelt; lange Zeit war das erfolgreich und wurde, wie in der Branche üblich, mit teilweise hohen Bonuszahlungen belohnt.
Nur der Einstieg von anderen Banken sicherte der WestLB das Überleben. Jetzt sollen die Verantwortlichen bluten. (© Foto: dpa)
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Vor drei Jahren fielen dann aber bei Spekulationen mit den Papieren von VW und BMW Verluste in Höhe von 604 Millionen Euro an, und das könnte für die beiden Händler jetzt ein böses Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die wegen der missglückten Börsengeschäfte ermittelt, will nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Anklage gegen die zwei Händler erheben. Die Justiz in Deutschland will zum ersten Mal fragwürdige Bonus-Praktiken prüfen.
Seit drei Jahren bereits suchen die Düsseldorfer Staatsanwälte nach den Ursachen für die Börsen-Pleite der WestLB. Gegen 14 Beschuldigte wird ermittelt, darunter gegen den kompletten damaligen Vorstand einschließlich des seinerzeitigen Bankchefs Thomas Fischer.
Jetzt will die Strafverfolgungsbehörde das Verfahren abschließen. Die Ermittlungen gegen die Ex-Vorstände sollen gegen Zahlung bestimmter Beträge eingestellt werden. Dagegen sollen Markus B. und Friedhelm B. nach Angaben aus Kreisen von Verfahrensbeteiligten angeklagt werden.
Glimpfliche Lösung in Aussicht
Die WestLB hatte sich nach den horrenden Verlusten von den beiden getrennt und sie wegen Veruntreuung von Bankvermögen, Manipulation und Insidergeschäften angezeigt. Wegen welcher Delikte die beiden Aktienhändler vor Gericht kommen sollen, ist bislang nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft äußert sich nicht zum Verfahren.
Die Anwälte der beiden Aktienhändler beantworteten eine schriftliche Anfrage der SZ nicht. Auch Rechtsvertreter der damaligen sieben Vorstandsmitglieder, von denen noch zwei im Amt sind, ziehen es vor, zu schweigen. Das hat gute Gründe. Derzeit spricht die Staatsanwaltschaft mit diversen Anwälten über den Abschluss des Ermittlungsverfahrens.
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