Zuerst war der Verstoß, dann kam die Gegenwehr. Die Annahme, auch nur ein Urheber würde lieber den Diebstahl an seinem Werk verfolgen als sein Werk zu verkaufen, erscheint in diesem Kontext geradezu obszön.
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Wahr ist, dass das Internet anarchisch ist und sich damit herkömmlichen juristischen Regelungsmöglichkeiten bis dahin weitgehend entzieht. Was heißt im Internet schon Vorsatz oder bedingter Vorsatz, wenn das technisch weder vorgesehen noch erfassbar ist? Versuche, Urheberrechtsverstöße im Internet mit herkömmlichen Mitteln zu bekämpfen, werden ohne global gültige Regelungen immer beim Endverbraucher enden, gelegentlich bis zum Provider vordringen und darüber hinaus an der strukturellen Andersartigkeit des Internets scheitern - nicht unähnlich der Bekämpfung anderweitig weltweit agierender krimineller Organisationsstrukturen.
Soll aber ein Kreativer und/oder ein die Herstellung des Werkes finanzierender Produzent gegenwehrfrei akzeptieren müssen, dass sich in der "Parallel-Welt Internet" seine zuvörderst die Herstellungskosten refinanzierenden Einnahmen (Hinweis: Danach kommt erst der Gewinn) in Luft auflösen?
Den Nachweis, dass der kostenfreie beliebige Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Werke in eine (digitale) bessere Welt mündet, ist mitnichten erbracht. Die Behauptung, dass Urheber und die betroffenen Musik-, Film- und Verlagsindustrien insbesondere nicht debattierbereit seien, ist falsch.
Spannungsfeld zwischen Copyright und Internet
Die Darstellung, ein konservativer Gegenpol zur digitalen Vordenkerschaft manifestiere sich intensiv in einer wachsenden Abmahnindustrie, ist allenfalls provokativ, jedenfalls deutlich zu kurz geraten und in keiner Hinsicht wegweisend. Die Befassung mit dem deutschen Abmahnwesen und mit Gebührenordnungen ist mit Blick auf die geforderte lösungsorientierte globale Debatte jedenfalls weder inspirierend noch hilfreich bei der Lösung dieses Konflikts, der weit über technische und juristische Fragen hinausgeht.
Wenn man akzeptieren würde, dass fehlendes Unrechtsbewusstsein und Unwissenheit ihren Grund nicht zuletzt darin haben, dass die Rechtsverstöße per Mausklick, also per Knopfdruck stattfinden, dann begibt man sich nicht nur historisch gesehen auf ein gefährliches Pflaster.
Es geht um mehr Unrechtsbewusstsein und/oder eine neue Ordnung des Spannungsfeldes zwischen Copyright und Internet, mehr Wissen und darum, dass der Mensch sich nicht vom Internet in eine in welcher Hinsicht auch immer vollkommene unkontrollierbare (Un-)Ordnung manövrieren lässt.
Der Autor ist Jurist und praktiziert in München.
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(SZ vom 18.11.2009/joku)
Wave-Gotik-Treffen in Leipzig
Hallo,
irgendwann kam doch raus, dass einer der größten Server - FTP-Welt? - von der Musikindustrie betrieben wurde. Syndikus war da glaube ich auch mit drin. Die Kunden hat er dann gleich auch abgemahnt. Da weder Politik noch Juristenvereinigungen fähig waren, dies klar zu verhindern, wird das Vertrauen in Rechtsstaat und Demokratie weiter leiden. Es wird bald knallen, wir beide werden es noch erleben.
"Leider. Aber wie sonst können die ihren Beruf ausüben, wenn der Markt von Juristen vollkommen überfüllt ist? "
Ist ähnlich logisch wie "Ich brauche Kinderarbeit. Ohne Kinderarbeit sind die Chinesen viel billiger als ich".
Aber zu konstruktiven Lösungen:
1. Juristen wie Syndikus und Gravenreuth müssen aus den Ständen geschmissen werden.
2. Gerichte müssen sehr viel schneller auf "Rechtsmissbrauch" entscheiden
3. Die Regierung muss erheblich schneller die Gesetze anpassen à la "das erste Schreiben vom Anwalt ist kostenlos"
4. Die Strafe für solche Abzocker müssen drakonisch werden. Wer als RA Rechtsmissbrauch betreibt muss erheblich höher bestraft werden als ein normaler Bürger. Wenn ich als Sicherheitsingenieur an der Gasleitung schraube und es passiert was, bin ich auch "mehr dran" als ein normaler Bürger.
Das eigentliche Problem ist es, dass genau die Plattenlabels, Filmindustrie etc. den Wandel der Zeit einfach verschlaffen haben.
Ein Ökonom hat zu diesem Vorgang eine sehr passende Theorie (ist auch schon bewiesen) aufgestellt. Diese Theorie handelt davon, dass neue Technologien den Markt umkrämpeln können. Man spricht hier vom schöpferischen Zerstörer.
Als die Zeit des DSL auflebte (2000), wollten die genannten Industrien immer noch auf die alte Weise ihr Geld verdienen. Dies war allerdings überhaupt nicht möglich, da das Internet eine viel schnellere Variante anbot, die gewünschten Dateien zu bekommen. Das goldene Zeitalter für die ill. Downloads war geboren. Somit hatte der legale Transportweg viele Nachteile, aber kaum Vorteile geboten. Aber anstatt diese Probleme anzugehen, haben diese besagten Industriezweige einen völlig unsinnigen und falschen Weg gewählt. Zuerst hat man mit Abmahnungen reagiert. Als das kaum funktionierte, hat man es mit DRM versucht (die wirklichen Intelligenten haben sich von DRM verseuchtem Material ferngehalten. Zurecht wenn man die letzten Jahre anschaut). Erst vor kurzem (2 - 3 Jahre) hat man wirklich DRM freie Musik im Internet angeboten und schau her: Diese legalen mp3 Downloads weisen jährlich eine 2-stellige Zuwachsrate auf.
Soviel zu Unrechtsbewusstsein. Anscheinend gilt es auch für die Vorstände dieser Unternehmen, weil die ihre eigenen Fehler nicht einräumen wollen.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie (ja, die kennen wir bereits) kommt zu dem Ergebnis, dass Filesharer weitaus mehr Geld für Musik, Filme etc. ausgeben.
Hier der Link:
heise.de/newsticker/meldung/Studie-Filesharer-geben-mehr-Geld-fuer-Musik-aus-847907.html
Gravy ist schon seit einiger Zeit bei Gulli anzutrefen.
[Abmahnanwälte gibt es zuhauf, ein Misthaufen zieht halt Schei+hausfliegen an. ]
Leider. Aber wie sonst können die ihren Beruf ausüben, wenn der Markt von Juristen vollkommen überfüllt ist?
Hallo,
och, da gibt es schon mehrere...Syndikus wurde ja in den 20u-Nachrichten abgeführt, Gravenreuth - sitzt der nicht schon? Abmahnanwälte gibt es zuhauf, ein Misthaufen zieht halt Schei+hausfliegen an.
Paging