Tweets zur US-Wahl "Amerika riecht nach Keksen und Freiheit"

Drei Worte ist sie lang, die Twitter-Botschaft des Tages: "Four more years" twitterte der alte und neue US-Präsident Barack Obama. Mehr als 200.000 Mal wurde die Nachricht binnen weniger Minuten retweeted - Rekord. Star im Netz wurde aber eine andere: das #GirlWithFlagOnHerHead.

Barack Obama bleibt für vier weitere Jahre Präsident der Vereinigten Staaten - und kaum jemand freute sich über diese Nachricht per Twitter so aufrichtig wie die Sängerin Lady Gaga: "YES!!! YES! YES!!" twitterte sie kurz nach halb sieben deutscher Zeit. Sie komme gerade von der Bühne in Columbia, schrieb sie dazu. Und an den Präsidenten gerichtet: "@BarackObama wir sind heute so stolz, Amerikaner zu sein." Zehn Minuten später schickte die Sängerin ein Foto von sich und Freunden hinterher: "Wir könnten heute nicht glücklicher sein".

Auch "Desperate Housewives"-Darstellerin und Obama-Anhängerin Eva Longoria twitterte ein Foto von sich und ihren Freunden, in Siegerpose und mit hochgerissenen Armen. "Ich weine!" kommentierte sie. US-Schauspielerin Alisha Tyler twitterte: "Heute riecht Amerika wie Kekse und Freiheit, meine Freunde. Kekse und Freiheit."

Auch deutsche Prominente freuen sich offen über den Obama-Sieg. Boris Becker lässt seine Follower fast minütlich seine Gemütsregungen zur US-Wahl wissen: Neben "Obama!!!", postet er kurze Kommentare wie "The Truth!" oder auch "Hmmm!". Fußballer Jérôme Boateng twittert: "Good morning very happy for america obama is the best president yeeeeees obama congrats for the big win". Komiker Dieter Nuhr ist zwar erleichtert ("Und Romney hat recht gehabt: Der Herrgott hat ein Einsehen mit der Welt, wenigstens an diesem Tag ..."), allerdings hätte der Republikaner seiner Meinung nach noch bessere Vorlagen für Parodien bieten können.

"Hilary Duff? Warum nicht?"

So schnell der Präsident seinen Sieg via Twitter verkündete, desto ungeduldiger warteten viele auf seine Siegesrede. "Was macht Obama so lange? Hat er nur eine Verlierer-Rede geschrieben?" twitterte etwa Philip Gourevitch, Autor und Journlist beim New Yorker. "@PGourevitch vielleicht wird er verkünden, dass er Osama bin Laden noch mal umgebracht hat", lautet eine Antwort auf die Nachricht. Twitter-User Scott Carson vermutet, dass Obama erst noch eine Stunde vor dem Spiegel verbracht habe, um die passende Pose einzustudieren. Als der neue alte Präsident schließlich zu den Klängen von Stevie Wonder die Bühne betrat, posteten Twitter-User: "Signed. Sealed. Delivered. #Forward".

"So ablenkend": Die Frau mit der Fahne im Haar nervt viele Twitter-User - andere haben Verständnis.

(Foto: Quelle: tumblr.com)

Meistbenutzter Hashtag des Tages war in den USA laut Twitter-Trend allerdings nicht #4moreyears (Platz 8), sondern #flaghead: Bei der Rede Obamas ist eine Frau im Hintergrund zu sehen, die sich anscheinend ein US-Fähnchen ins Haar gesteckt hat. "Ich gehe davon aus, dass diese Frau morgen berühmt ist", schreibt ein Twitter-User, andere sind genervt: "So ablenkend", schreibt Rashida Jones, "Diese Frau, der eine Fahne aus dem Kopf kommt, lenkt mich total von Obamas Rede ab", twittert Molly Green. Andere nehmen das #GirlWithFlagOnHerHead in Schutz: "Zu ihrer Verteidigung: Sie war wahrscheinlich so nervös, dass sie es vergessen hat", twittert Carisa Miller.

Zweitmeistbenutzter Twitter-Hashtag in den USA ist #Hillary2016, Tausende User sprechen sich damit für die erste Frau als Präsidentin nach Obamas kommender Amstzeit aus. "Obama wird vier weitere Jahre im Amt bleiben, und dann gewinnt Hillary 2016. Die Republikaner haben keine Chance", heißt es beispielsweise. Andere haben den Hashtag anders verstanden: "#Hillary2016 ....Hilary Duff? Warum nicht? Nimm die verrückte Chance wahr", twittert Paul Rodd.

Via Twitter werden aber auch Rufe nach ganz anderen Präsidentschaftskandidaten laut: "@nickijonas for president", twittert etwa ein Fan der Boygroup Jonas Brothers. "Ich kann es gar nicht abwarten, bis du kandidierst. WOOT WOOT" heißt es in dem Tweet weiter. Mindestens ebenso geeignet für das Präsidentenamt wäre laut Twitter-User Nick Larson wohl der US-amerikanische Astrophysiker, Kosmologe und Fernsehmodertaor Neil deGrasse Tyson: "Du solltest dich als Kandidat bewerben, damit du unser Raumfahrtprogramm ausbauen kannst!", schreibt Larson. Auch US-Schauspielerin und Sängerin Hilary Duff ist (wieder) unter den Vorschlägen, die bei BuzzFeed aufgelistet sind, genauso wie Justin Bieber und Talkerin Ellen DeGeneres. Dass Justin Bieber stolzer Kanadier ist, scheint nicht zu interessieren.

Während schon über die Kandidaten der Wahl in vier Jahren diskutiert wird, stand bei Herausforderer Mitt Romney alles still; Stunden nachdem sein Konkurrent Obama seine Siegesnachricht twitterte, ist der letzte Eintrag auf Romneys Profil noch alt: "Mit Eurer Hilfe können wir das Land verändern und Amerika wieder auf den Pfad des Wohlstands bringen" lautet der letzte Tweet.