Samsung So läuft der Hochsicherheits-Umtausch des Galaxy Note 7

Für den Umtausch des Galaxy Note 7 sollen Kunden nicht die Originalboxen - hier im Bild - nutzen

(Foto: dpa)
  • Samsung versendet in den USA feuerfeste Transportboxen für den Umtausch des Galaxy Note 7.
  • Versanddienstleister und US-Behörden hatten zuvor auf Transporteinschränkungen für die Rückrufaktion hingewiesen.

"Unboxing"-Videos von Technikliebhabern kursieren im Netz schon seit Jahren. In den Videos erklären die Verbraucher und Tester, wie sie den ersten Kontakt mit dem Produkt, meist einem teuren Smartphone, erleben. Nach der Tragödie um Samsungs Galaxy Note 7 zieht nun ein Video viele Blicke auf sich, das einem anderen Genre zuzuordnen ist: das "Reboxing", bei dem Nutzer filmen, wie sie ihr neues Handy wieder einpacken.

Es ist ein sehr spezieller Umtausch: Nach dem kompletten Verkaufs- und Produktionsstopp des Modells veröffentlichten US-Blogger diese Woche Bildmaterial eines speziellen Boxensets, das Samsung ihnen für die Rücksendung des brandanfälligen Smartphones zugeschickt hatte. Das Set ist für den sicheren Transport von defekten Lithium-Ionen-Akkus konstruiert und soll potenzielle Schäden verhindern, für den Fall, dass die Geräte unterwegs Feuer fangen. Viele der Brände in den vergangenen Wochen begannen während des Ladevorgangs - in einigen Fällen soll das Smartphone allerdings komplett ausgeschaltet gewesen sein, als es in Flammen aufging. Samsung hat die Informationen der Blogger NBC News und CNN zufolge bestätigt.

Das Set für den Rücktransport, das die Blogs xdadevelopers sowie Tomshardware.com im Netz präsentieren, besteht aus mehreren Elementen. Ein Paar Gummihandschuhe sind für den Kontakt mit dem potenziell defekten Smartphone beigelegt. Das Note 7 soll in einen antistatischen Kunststoffbeutel geschoben werden, was für den Transport von anfälliger Elektrotechnik üblich ist. Das Transport-Set ist wie eine russische Matroschka-Puppe aufgebaut: Drei Pappschachteln unterschiedlicher Größe werden ineinander gestapelt. In der kleinsten von ihnen soll das Smartphone liegen. Die aufwändige Versandverpackung ist laut der mitgelieferten Anleitung speziell für den Transport des Note 7 angefertigt worden.

Rücksenden im Flugzeug verboten

Laut Vorgaben des US-Transportministeriums dürfen sicherheitsbedingte Rückrufe von Lithium-Ionen-Akkus nicht per Luft durchgeführt werden. Mehrere US-Versanddienstleister, aber auch die britische Royal Mail hatten verkündet, dass sie den Rücktransport des Smartphones per Flugzeug nicht zulassen. Auf den Boxen und in der Beschreibung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, den Rückversand auf dem Landweg zu veranlassen. In den USA fing kürzlich ein ausgeschaltetes Note 7 in einem Flugzeug Feuer, das sich aber noch am Boden befand.

Das Youtube-Video von xdadevelopers generierte innerhalb eines Tages mehr als 600 000 Aufrufe. Der Rückruf des Galaxy Note 7 ist einfach ein Ereignis.

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