Privatsphäre bei Google, Facebook & Co. So schlecht gehen IT-Konzerne mit Nutzerdaten um

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(Foto: Screenshot)
  • Internet-Aktivisten haben untersucht, wie und ob sich 16 der größten IT-Firmen für Nutzer-Rechte einsetzen. Ihr Ergebnis ist ernüchternd.
  • Google kommt auf den ersten Platz, erreicht aber nur 65 von 100 möglichen Punkten.
  • Die Aktivisten glauben: Eine Verbesserung sei möglich, "ohne dass das Geschäftsmodell in Gefahr gerät".
Von Hakan Tanriverdi, New York

Wie steht es um die Privatsphäre der Nutzer großer IT-Firmen? Und wie respektieren die Unternehmen das Recht ihrer Kunden auf freie Meinungsäußerung? Zwei Jahre haben Internet-Aktivisten diese Fragen in ihrem Projekt "Ranking Digital Rights" untersucht. Ihr Urteil über die analysierten 16 Konzerne fällt harsch aus: "Es gibt keine Gewinner", fasst Aktivistin Rebecca MacKinnon zusammen.

Google belegt zwar den ersten Platz, erreicht von 100 möglichen Punkten aber nur 65 - bestenfalls befriedigend. Zehn der 16 Unternehmen erreichen nicht einmal 50 Punkte. Keine der untersuchten Firmen informiert ihre Nutzer in ausreichendem Maße, wie Daten gesammelt, genutzt, geteilt und gespeichert werden.

Für die Untersuchung wurden die 16 Firmen in zwei Blöcke aufgeteilt. Internet-Unternehmen wie Facebook, Google, Microsoft, Yahoo und Twitter sowie Telekommunikations-Konzerne wie AT&T, Vodafone und Orange. Der Großteil der Firmen stammt aus den USA, aber auch europäische, russische und asiatische Firmen wurden anhand von 31 Indikatoren analysiert.

Kriterien waren zum Beispiel, ob es Nutzern erlaubt war, Daten über sich selbst herunterzuladen oder ob sie beim Anmelden den Klarnamen angeben mussten. Außerdem floss in die Bewertung ein, ob die Firmen bekanntgaben, wie oft sie Anfragen von Regierungen oder privaten Organisationen bekommen (zum Beispiel bei Verstößen gegen das Urheberrecht). Die Untersuchung verlief in mehreren Schritten, die Firmen wurden über die Zwischenergebnisse informiert und um Feedback gebeten.

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Kakao macht es besser als Google und Microsoft

Besonders auffällig ist, dass sieben Unternehmen aus Schwellenländern unter 23 Punkten bleiben. Nutzer und deren Rechte haben eine besonders niedrige Priorität bei: Tencent (China), Mail.ru (Russland), América Movil (Mexiko), MTN (Südafrika), Bharti Airtel (Indien), Axiata (Malaysia) und Etisalat (Vereinigte Arabische Emirate).

Das Projekt untersuchte alle Produkte, die zu einem Unternehmen gehören, im Falle Facebook etwa auch Whatsapp und Instagram. Dass die Dienste ihre Nutzer in unterschiedlicher Form informieren - Whatsapp wurde und wird wegen schlechter Kommunikation oft kritisiert -, wirkt sich auf die Gesamtbewertung des Konzerns aus.

Der Betreiber des koreanischen Instant-Messengers Kakao schneidet mitunter deutlich besser ab als Google, Microsoft und Yahoo. Die Firma dokumentiert der Untersuchung zufolge klarer, wenn sich die Nutzungsbedingungen ändern. "Jetzt wissen die anderen Firmen Bescheid und können sich daran orientieren", sagt MacKinnon.

Sie sagt auch: "Diese Studie ist kein Zertifikat." Es sei ein erster Test, um herauszufinden, an welchem Punkt sich die Firmen befinden. Eine Verbesserung sei möglich, "ohne dass das Geschäftsmodell in Gefahr gerät". In den kommenden Untersuchungen will sie auch Apple, Amazon und Samsung analysieren.