Prism-Enthüller auf der Flucht Snowden verteilte geschützte Sicherheitskopien seiner Leaks

Zugang, aber noch keine Passwörter: Edward Snowden habe alle seine Informationen an mehrere Personen verteilt, erklärt "Guardian"-Journalist Greenwald. So wolle er absichern, dass seine Leaks an die Öffentlichkeit gelangen - falls ihm was passieren sollte.

Welche und vor allem wie viele Geheiminformationen hat der Prism- und Tempora-Enthüller Edward Snowden noch? Glenn Greenwald, der als Erster über die Enthüllungen berichtete, verriet in einem Interview mit The Daily Beast, Snowden habe "extreme Sicherheitsmaßnahmen" getroffen und mehreren Personen alle Informationen, über die er verfüge, weitergegeben.

Die Daten seien aber verschlüsselt, das heißt, noch haben die Personen keinen Einblick in die entsprechenden Dateien. "Sollte ihm was passieren", so Greenwald weiter, "werden sie Zugang bekommen - dafür hat er gesorgt."

Bereits in einem Live-Chat auf der Seite des Guardian hatte Snowden am 17. Juni gesagt, dass die USA nicht verhindern könne, dass die von ihm entwendeten Dateien an die Öffentlichkeit dringen.

Greenwald, der im Guardian den wohl größten Datenskandal der US-Geschichte häppchenweise serviert, verfügt nach eigener Aussage noch über Tausende Dokumente. Er gehe aber davon aus, dass Snowden über noch mehr solcher Informationen verfüge. "Er hat klar gesagt, dass er Journalisten kein Material geben wolle, von dem er denke, dass es nicht veröffentlicht werden sollte."

Die Whistleblowing-Organisation Wikileaks hatte zuvor in einer Mitteilung bereits angedeutet, dass sämtliche Informationen von Snowden bereits durch relevante journalistische Organisationen gesichert worden seien.

Laut Informationen eines Ex-Spions gebe es an diesem Punkt so gut wie gar nichts, dass man unternehmen könne seitens der Regierung. In der vergangenen Woche hatte der Geheimdienst NSA mitgeteilt, das System-Administratoren ab sofort nur nach einem "Vier-Augen-Prinzip" Zugang zu geheimen Material bekommen sollten.

Der Aufenthaltsort des 30-Jährigen ist derzeit nicht ganz klar, am Dienstag erklärte Russlands Präsident Putin allerdings, er befinde sich noch im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo. Snowden habe in Ecuador Asyl beantragt, wie der Außenminister des Landes bestätigte. Klar ist derzeit nur eins: Die Flucht vor US-Fahndern ist vor allem eine politische Reise, die vom Zustand der Welt so viel erzählt wie vom Zustand Amerikas.