Prism-Enthüller Putin nennt Snowden "freien Mann"

Die chaotische Flucht des Prism-Enthüllers stockt: Russlands Präsident Putin erklärt, Edward Snowden befinde sich noch immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens - sei aber ein freier Mann. Je eher er sich für ein Zielland entscheide, "desto besser ist das für uns und für ihn".

Edward Snowden hält sich nach Angaben von Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau auf. Der Prism-Enthüller befindet sich demnach noch immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo, so Putin nach Angaben der Agentur Interfax, Snowden sei ein Transitpassagier und ein "freier Mann".

Der Amerikaner Snowden, der umfangreiche Ausspähaktionen der amerikanischen und britischen Geheimdienste enthüllt hatte, hatte in Ecuador politisches Asyl beantragt. Putin sagte weiter, in Russland habe Snowden keine Straftaten begangen: "Ich hoffe, dass sich der Fall nicht auf die Beziehungen zwischen Russland und den USA auswirkt", so Putin. "Je schneller Snowden sein Reiseziel wählt, umso besser für ihn und für Russland." Russische Geheimdienste hätten nicht mit Snowden zusammengearbeitet, betonte der Kremlchef. Snowden habe die russische Staatsgrenze offiziell nie überschritten. Im Transitbereich des Flughafens Moskau-Scheremetjewo ist kein russisches Einreisevisum nötig.

US-Außenminister John Kerry hatte China und Russland davor gewarnt, ihre Beziehungen zu den Vereinigten Staaten durch die Snowden-Affäre zu gefährden. US-Präsident Barack Obama sagte, die USA versuchten im Gespräch mit den betroffenen Ländern "sicherzustellen, dass das Recht zum Zuge kommt".

Aus Regierungskreisen in Moskau hieß es, Russland sehe sich nicht verpflichtet, mit den USA zu kooperieren. Die US-Regierung hatte die Auslieferung des 30-jährigen Snowden gefordert. Russland verwahrte sich allerdings gegen die Forderung: Für eine Festnahme und eine Auslieferung an die USA gebe es keinen Grund, ließ die Regierung am Montag wissen. Außenminister Sergei Lawrow sagte, Snowden habe nie russischen Boden betreten. Außerdem habe der Kreml nichts über die Reisepläne des Whistleblowers gewusst. Die Vorwürfe Amerikas nannte Lawrow "grundlos und inakzeptabel".