Muss die deutsche Regierung nun umsetzen, was sie gerade erst abgelehnt hat? Die EU fordert in allen Mitgliedsstaaten Blockaden für kinderpornographische Webseiten.
Die Europäische Kommission will alle EU-Staaten verpflichten, den Zugang zu kinderpornographischen Webseiten zu blockieren. Die geplanten Internetsperren sind Teil einer umfassenden Richtlinie zum Kinderschutz, die "mit den dunklen Ecken des Internets und den kriminellen Bildern von Kindesmissbrauch aufräumen", wie die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström in einem Gastbeitrag für das Internet-Portal der Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt.
Mit diesem roten Stopp-Schild wollte die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen im vergangenen Frühjahr kinderpornographische Seiten im Netz sperren. Die schwarz-gelbe Regierung sprach sich schließlich dagegen aus. (© Foto: dpa)
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Den Entwurf der Richtlinie will Malström an diesem Montag in Brüssel vorstellen. Würde sie umgesetzt, müsste Deutschland jene Internetsperren einführen, von denen sich die schwarz-gelbe Regierung gerade verabschiedet hatte.
Bilder, die Kindesmissbrauch zeigen, könnten "unter keinen Umständen als legitime Meinungsäußerung gelten", schreibt Malmström. "Handeln wir nicht, so könnten die Nutzer solcher Websites das Betrachten derartiger Bilder mit der Zeit womöglich als normal ansehen."
Der Richtlinienentwurf, der der Zeitung vorliegt, enthält 22 Straftatbestände, die die Mitgliedstaaten in nationales Recht aufnehmen müssten. Dazu gehört das sogenannte Grooming - der Versuch, in Online-Netzwerken Kinder ausfindig zu machen, um diese später zu missbrauchen. Bestraft werden soll auch, wer Kinder zu sexuellen Darbietungen etwa vor einer Webcam veranlasst.
Zusätzlich zu Besitz und Verbreitung von Kinderpornographie sollen künftig auch das gezielte Suchen danach und das Betrachten im Internet strafbar sein. Damit will die EU-Kommission dem Umstand Rechnung tragen, dass Kriminelle eine Strafe umgehen könnten, indem sie Fotos direkt im Netz ansehen oder Videos "streamen", sie also in Echtzeit abrufen, ohne die entsprechenden Dateien auf dem eigenen Rechner zu speichern. Ergänzt werden die Bestimmungen zur Strafverfolgung durch Opferschutz- und Präventionsmaßnahmen.
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(sueddeutsche.de/AFP/vbe)
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auf SPON findet sich dazu ein guter Kommentar von Christian Stöcker "Warum der Sperren-Streit Zeitverschwendung ist"
war ja zu erwarten. Dieses abgekartete Spiel wird immer dann eingesetzt, wenn man zuhause beim Wahlvolk zu sehr auf Widerstand stösst.
Sobald der Fall in Brüssel ist, kann man seine Hände in Unschuld waschen, und gegen die Brüsseler Sowjetunion ist eh kein Kraut gewachsen; undemokratisch wie die ist. Sie verordnet einfach - und fertig!
Am Anfang meiner Zeit im Internet im Jahr 1997 ging ich wegen meines Berufs auf die Suche nach Rosenquarz. Die Suchmaschine meldete mir zurück und ich ging jeden Link durch. Beim dritten Klick landete ich auf einer Pornoseite. Dies zeigt wie schnell man in die Falle geraten kann und sich nach dem EU Vorhaben dass es übrigens auch in Deutschland gibt, strafbar machen würde oder zumindest die Sittenwächter den Computer erst mal abholen um nachzuschauen ob sich darauf schlimmeres befindet.
Für mich ist dieses Zensurvorhaben keinesfalls zu akzeptieren auch wenn ich jegliche sexuelle Handlungen mit Kindern ablehne und lenkt nur von der Schwäche der Verfolger und Gesetzgeber ab, die ihre Arbeit unzureichend erledigen, diese menschenverachtende Sauereien zu unterbinden.
... ohne andauernde hundertprozentige Überwachung aller Internetsurfer es möglich sein soll zu beweisen was sich jemand angeschaut hat und was nicht. Streams und Bilder im Browser sind im flüchtigen Speicher des PCs. Wenn man den Browser zumacht sind die "Beweise" weg.
Auch ein "gezieltes" Suchen scheint mir irgendwie eine reichlich seltsame Umschreibung. Wie soll so etwas nachgewiesen werden? Indem beim BKA eine rote Lampe angeht wenn ein Benützer was "falsches" bei google eingibt?
Insgesamt ist das alles lächerlich und nur zu realisieren wenn der Staat eine Vorratsdatenspeicherung v2 macht mit deep packet inspection mit allem drum und dran wie in china. Zusätzlich Listenvergleich / OCR / Bildvergleichssoftware auf allen Texten / Bildern / Streams die transportiert werden. Riesige Datenbanksysteme auf denen riesege Serverfarmen zu erahen versuchen nach was für einem Sinn jemande ip sucht.
Es ist technisch möglich wenn jeder seine gerammte Privatsphäre aufgibt keine Frage. Dann ist das Thema 100% weg aus der digitalen Welt und darum geht es ja oder? Oder geht es um irgendwelche dummen Wahlen oder am Ende noch um die wirkliche Welt?
Das sehe ich genauso. Von daher wäre es dringend nötig, dass die "EU-Regierung", die ja noch nicht so heißt, sich ebenfalls aus einem vom gesamten europäischen Volk direkt gewählten Gremium legitimiert und nicht jede nationale Regierung einen der ihren dorthin schickt.
Eine Neuorganisation dieses Missstands wird sich aber von selbst gebieten, da eine "Zwangseinstimmigkeit" mit fast 30 Mitgliedsstaaten nicht mehr zu machen ist.
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