Handy-Nutzung Geheimnisse der Generation App

Smartphone-Nutzer haben nicht nur für jede passende Situation eine App, sondern sind auch hochgebildet und verdienen gut: Eine US-Studie analysiert erstmals, wie Smartphone-Nutzer ticken - und kommt dabei zu erstaunlichen Ergebnissen.

Hipster, die konzentriert auf den Displays ihrer Handys herumtippen, die weißen Kopfhörer locker im Ohr; Gruppen von Jugendlichen, die in der S-Bahn gemeinsam auf dem Handy YouTube-Videos gucken; Autofahrer, die sich von ihrem Handy den Weg erklären lassen: Smartphone-Nutzer sind längst Teil unserer Alltagskultur.

Doch darüber, wer sich genau hinter der Generation Smartphone verbirgt und wie diese ihr Handy nutzt, gab es bislang keine genaueren Informationen. Eine Doppelstudie aus den USA soll dies nun ändern: "The Rise of Apps Culture" heißt die Untersuchung, die der Think Tank Pew Research Center und die Marktforschungsagentur Nielsen gemeinsam durchgeführt haben. (hier als pdf)

Pew Research hatte hierfür 2252 erwachsene Amerikaner nach ihrer Handynutzung befragt. So besitzen 80 Prozent der US-Bürger ein Handy, immerhin ein Viertel nutzt aktiv die Apps genannten Miniprogramme für sein Mobiltelefon. Die häufigsten Situationen, in denen die Anwendungen zum Einsatz kommen, sind beim Warten (53 Prozent), Arbeiten (47 Prozent) oder Pendeln (36 Prozent).

Die App-Nutzer seien "jünger, wohlhabender, besser ausgebildet" als andere US-Erwachsene, heißt es in der Studie: 39 Prozent haben einen Universitätsabschluss. Auffällig ist der Anteil weißer Smartphone-Nutzer mit App-Affinität, er liegt bei 64 Prozent. Zum Vergleich: Nur 14 Prozent dieser Gruppe sind der Umfrage zufolge schwarz oder haben einen spanischstämmigen Hintergrund.

Eine finanziell gut ausgestattete Zielgruppe mit hohem Bildungsgrad klingt wie das Traumpublikum - doch wenn es um das Bezahlen von Miniprogrammen geht, zeigen sich die Nutzer wenig spendabel: Nur jeder achte Smartphone-Nutzer lädt sich kostenpflichtige Apps herunter, bei den App-Anhängern ist es knapp jeder Zweite. Die Downloader sind größtenteils männlich, fast die Hälfte davon in einem Alter von 18-29 Jahren.

Bei den heruntergeladenen Anwendungen liegen Spiele-Apps vorne (60 Prozent), Nachrichten und Wetter (52 Prozent) sowie Karten (51 Prozent) folgen. Bei Spielen und Programmen für soziale Netzwerke liegt die Nutzung bei Frauen sogar höher als bei Männern, stellt die Studie fest.

Die 51 Prozent Anteil von Nachrichten- und Wetter-Apps dürften die Herzen einiger Medienmanager höher schlagen lassen. Die Studie der Marktforscher von Nielsen, für die mehr als 4000 Amerikaner einen Online-Fragebogen ausfüllten, dämpft allerdings die Hoffnung auf große Gewinne.

Demnach zahlen Nutzer vor allem für Spiele - immerhin 16 Prozent aller Smartphone-Nutzer gaben für solche Anwendungen Geld aus. Kostenpflichtige Nachrichten-Apps hingegen wurden bislang nur von drei Prozent genutzt.

Da sich die Zahlen auf die USA beziehen, sind Schlussfolgerungen für die deutschen Nutzungsgewohnheiten nur schwer möglich. Die Multimedia-Handys werden aber immer häufiger zum Standardgerät: In diesem Jahr soll laut einer Prognose des IT-Branchenverbandes Bitkom bereits jedes dritte neue Handy ein Smartphone sein, im Jahr 2009 war es nur jedes fünfte. Insgesamt sollen 8,2 Millionen der Geräte hierzulande verkauft werden.

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