Frisches Geld für Musik-Streamingdienst Spotify mit vier Milliarden Dollar bewertet

Kein Gewinn, aber ein großer Vertrauensvorschuss: Spotify ist Schätzungen zufolge bereits vier Milliarden Dollar wert. Nun sammelte das schwedische Unternehmen weitere 250 Millionen ein. Der Investor hatte schon einmal ein glückliches Händchen.

Der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify wird Medienberichten zufolge mit vier Milliarden Dollar (etwa drei Milliarden Euro) bewertet. Über diese Schätzung berichtet unter anderem die Financial Times, nachdem Investoren mit 250 Millionen Dollar bei Spotify eingestiegen sind.

Investiert hat die Silicon-Valley-Firma Technology Crossover Ventures. Das Unternehmen hatte vor zwei Jahren bereits 200 Millionen Dollar in Netflix gesteckt, was sich bisher langfristig ausgezahlt hat.

Spotify bietet seinen Nutzern teils kostenlos, teils gegen Gebühr Musik über das Internet. Wie bei Streamingdiensten üblich laden die User Musik nicht mehr auf ihren Computer herunter, sondern hören sie live aus dem Netz. Die kostenlose Version blendet zwischen den Liedern Werbung ein, bei einem monatlichen Grundpreis von etwa zehn Euro können Nutzer ihre Musik auch herunterladen, um sie ohne Internetverbindung zu hören. Manche Musiker und Industriemanager beklagen, Künstler würden nicht angemessen an den Einnahmen aus den Streams beteiligt.

Die Zahl von Spotifys aktiven Nutzern ist von 15 Millionen vor einem Jahr auf mehr als 24 Millionen gestiegen. Sechs Millionen von ihnen sollen zahlende Abonnenten sein. Der Umsatz von Spotify stieg 2012 um 128 Prozent auf 435 Millionen Euro, geht aus den Jahreszahlen des Unternehmens hervor.

Zugleich erhöhte sich aber auch der Nettoverlust um 29 Prozent auf 59 Millionen Euro. Mit dem Anstieg der Nutzerzahlen steigen auch die Lizenzzahlungen an die Musikindustrie. Außerdem gibt das Unternehmen viel Geld aus, um in immer mehr Länder zu expandieren. Das Geld von Technology Crossover Ventures will Spotify nun in das US-Geschäft investieren und in weiteren Ländern wie Japan an den Start gehen.

Als Technology Crossover Ventures in Netflix investierte, gingen die Nutzerzahlen des Videodienstes noch stark zurück. Seitdem hat sich der Wert von Netflix aber vervierfacht, das Angebot gilt mittlerweile vielen als Zukunft des Fernsehens und sendet eigene Serien.