Extremismus auf Facebook Grüße von Osama

Seine Heimat sind die Berge und das Netz: Ein Facebook-Nutzer konnte wochenlang unter dem Profilnamen Osama bin Laden islamistische Propaganda veröffentlichen. Das Unternehmen reagierte spät.

Das Online-Netzwerk Facebook hat nach eigenen Angaben ein Nutzer-Konto unter dem Namen Osama bin Ladens gesperrt. Das Unternehmen geht allerdings nicht davon aus, den al-Qaida-Chef persönlich als Mitglied zu haben.

Osama Bin Laden: Weltmeister im Versteckspiel

(Foto: Foto: AP)

Alle möglichen Leute versuchten, sich unter "berühmten oder berüchtigten Namen" registrieren zu lassen, teilte Facebook-Sprecher Andrew Noyes mit. Normalerweise würden diese mit Hilfe spezieller Techniken ausgefiltert.

Vor dem jetzt entdeckten Konto habe es schon Dutzende Versuche gegeben, ein Konto unter Bin Ladens Namen zu eröffnen.

"Windows 7 war meine Idee"

Wie der US-Fernsehsender unter Berufung auf die arabisch-sprachige Internetseite Elaph berichtete, wurde Bin Ladens Facebook-Konto am 25. März eröffnet. Auf ihm wurden demnach Reden und Tonaufnahmen islamischer Extremisten veröffentlicht. Der Chef des Terrornetzes selbst wurde als "Prinz der Mudschahedin" bezeichnet, sein Domizil soll er demnach in den "Bergen der Welt" haben. Als sein Account geschlossen wurde, hatte "Bin Laden" etwas mehr als 1000 Fans.

Auch jetzt finden sich noch Osama-Seiten auf Facebook, doch diese sind meist humoristischer Natur: So heißt eine Gruppe auf der Seite "Hi, ich bin Osama bin Laden und Windows 7 war meine Idee". Mehr als 120.000 Fans hat eine Seite, auf der dem Al-Qaida-Führer der Titel "Weltmeister im Versteckspielen seit 2001" verliehen wird.

Hilfe, der Chef gruschelt!

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