Die Kollegen von Forrester haben ihre Schätzung für den Verkauf von E-Readern in diesem Jahr gerade um 50 Prozent nach oben korrigiert. Drei Millionen Geräte sollen demnach verkauft werden - nur in den USA, fast ein Drittel davon allein während des Weihnachtsgeschäfts.

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Kein Wunder, dass bei dieser Begeisterung Amazon und Sony nicht allein im Markt bleiben. In Korea experimentiert Samsung mit dem Buchhändler Kyobo. Wer sich daran erinnert, in welchem Tempo die Asiaten bei Fernsehern, Handys und in Teilen des Computermarktes an die Spitze gestürmt sind, weiß den Gegner einzuschätzen.

Der US-Buchhändler Barnes & Noble kooperiert mit Plastic Logic, einem E-Ink-Konkurrenten aus den Staaten, der in Dresden produzieren lässt. Und auch die Deutschen bemühen sich: Zur Buchmesse soll das Gerät der Firma Txtr aus Berlin erhältlich sein. Ein Problem gibt es noch für den hiesigen Markt: Das Gros der Bücher ist nicht digital.

Hohe Preise schrecken ab

So verweist Amazon zwar auf einen Katalog von 300000 elektronischen Büchern, fast alle aber sind auf englisch. Die Verlage beginnen erst, auf das neue Medium umzurüsten. In einer Studie des Fachmagazins Buchreport geht die Hälfte der befragten Verlagsmanager davon aus, dass frühestens 2018 mit digitalen Inhalten mehr Umsatz erwirtschaftet wird als mit dem traditionellen Buchgeschäft. Gut ein Viertel glaubt sogar, dass Digitales das Buch niemals schlagen wird.

Zurückhaltung herrscht auch bei den Lesern. Zwei Drittel rechnen damit, dass E-Books nie Bücher ersetzen werden, wie eine Umfrage von Pricewaterhouse Coopers (PwC) ergab. Dazu kommt, dass die meisten vor dem Kauf eines Lesegerätes zurückschrecken: Kindle & Co. sind zu teuer.

PwC-Berater Werner Ballhaus rät der Branche daher, nach dem Vorbild der Mobilfunkindustrie Abo-Modelle zu entwickeln, "die ein stark subventioniertes Lesegerät als Gegenleistung für eine längerfristige Vertragsbindung beinhalten". So könnte dem Buchclub ein digitales Revival widerfahren.

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(SZ vom 12.10.2009)