Cyber-Angriffe Mehr Schadsoftware für Macs als je zuvor

Das neue Macbook ist dünner und leichter als je zuvor - und für Cyber-Kriminelle ein so beliebtes Angriffsziel wie nie zuvor.

(Foto: AP)
  • Sicherheitsforscher haben im Jahr 2015 rund fünfmal so viel Schadsoftware für OS X entdeckt wie in den fünf Jahren zuvor zusammen.
  • Das "Carbon Black Threat Research Team" begründet das mit dem zunehmenden Marktanteil von Apple-Rechnern.
  • Privatanwender sollten sich nicht auf Bordmittel verlassen und zusätzlich einen Virenschutz von Drittanbietern installieren.

OS X galt lange Zeit sicherer als Windows

Wer sich einen Rechner von Apple leistet, begründet das häufig mit der überlegenen Qualität von Hardware und Software. Manche Windows-Nutzer halten eher Image- und Design-Faktoren für ausschlaggebend, und Linux-Fans haben für Apple-Anhänger sowieso nur Spott übrig.

Glaubenskriege hin oder her, eines konnten selbst hartgesottene Microsoft-Fanboys nicht wegdiskutieren: Macs sind sicherer als Windows-Systeme. Für OS-X-Betriebssysteme ist nur ein Bruchteil der Malware im Umlauf, die Windows-Rechner bedroht. Das Risiko, sich einen Virus einzufangen, ist für Apple-Nutzer also deutlich geringer.

Fünfmal so viel Schadsoftware wie in den fünf Jahren zuvor

Das galt jahrelang als Fakt - und könnte sich nun ändern. Sicherheitsforscher von Bit9 haben eine signifikante Zunahme der OS-X-Malware beobachtet. Das "Carbon Black Threat Research Team" entdeckte im Jahr 2015 rund fünfmal so viel Schadsoftware wie in den fünf Jahren zuvor zusammen: 2010 bis 2014 gab es insgesamt 180 Malware-Programme, in diesem Jahr waren es 948. Die düstere Prognose: "Das Bit9 + Carbon Black Threat Research Team rechnet in den kommenden Monaten mit einer Zunahme der Cyber-Angriffe auf Macs."

Die Forscher begründen das mit der zunehmenden Verbreitung von Apple-Rechnern. Cyber-Kriminelle konzentrieren sich bei ihren Angriffen auf die erfolgversprechendsten Ziele - und das waren bislang PCs und Laptops mit Windows-Betriebssystemen. Doch in dem Maße, wie Microsoft Marktanteile an Apple verliert, gewinnt OS X als Angriffsziel an Attraktivität.

Privatanwender sollten Anti-Viren-Software installieren

Mittlerweile laufen 16,4 Prozent aller Computer mit einem Apple-Betriebssystem, insbesondere bei Firmenkunden hat OS X stark aufgeholt. 45 Prozent der Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern auf Wunsch auch Macs an; die sensiblen Daten von Unternehmen sind ein besonders begehrtes Ziel von kriminellen Hackern.

Apple-Kunden haben also allen Grund, sich um ihre Sicherheit beim Surfen und Arbeiten zu kümmern. Auf Macs ist deshalb standardmäßig die Sicherheitslösung "Gatekeeper" installiert. Diese Software alleine bietet aber noch keinen umfassenden Schutz; deshalb raten die Forscher von Bit9, dass sich Privatanwender zusätzlich ein Anti-Viren-Programm zulegen und es immer auf dem aktuellsten Stand halten sollten.