Auslandsgeheimdienst BND Aufrüsten für die Cyberspionage

  • Das Vertrauensgremium des Bundestages will sich erneut mit der geplanten technischen Aufrüstung des BND beschäftigen.
  • "Viper", "Zeus" oder "Swop" heißen die Programme, mit denen bekämpft werden soll.
Von John Goetz und Hans Leyendecker

Das Vertrauensgremium des Bundestages will sich am Mittwochmorgen erneut mit der geplanten technischen Aufrüstung des Bundesnachrichtendienstes (BND) beschäftigen. Dabei geht es nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR nicht nur um das umstrittene Projekt mit der Tarnbezeichnung "Nitidezza", bei dem der Auslandsgeheimdienst auf dem Schwarzmarkt Software-Sicherheitslücken einkaufen möchte, sondern auch um Programme mit Codenamen wie "Viper", "Zeus" und "Swop".

Mit "Viper" soll, wie aus BND-Plänen hervorgeht, die IP-Erfassung für Metadaten und deren Inhalte verbessert werden. "Viper" soll im kommenden Jahr starten, bis 2020 laufen und könnte am Ende 38 Millionen Euro kosten. Das Projekt "Zeus" zur Abwehr von Cyberangriffen soll 2017 beendet sein und würde 17,5 Millionen Euro kosten. Damit sollen auch personenbezogene Daten potenzieller Opfer erfasst werden. Dabei könne es sich auch um deutsche Staatsbürger handeln, die für den BND tabu sind. Cyberangriffe drohen offenbar besonders deutschen Luft- und Raumfahrt-Unternehmen. Mit dem 4,5 Millionen Euro teuren Projekt "Swop" möchte der Dienst Knotenpunkte im Ausland besser erfassen und sich im nächsten Jahr einen weiteren verdeckten Zugang zu einer Vermittlungsstelle im Ausland verschaffen.

Schulung durch "Nachrichtendienstliche Verbindung"

Weil das Herumschnorcheln nach Edward Snowdens Enthüllungen riskanter geworden ist, befürchtet der Dienst das Risiko von Entdeckungen, wenn Externe an Aktionen beteiligt sind. Er möchte deshalb mehr auf eigene IT-Fachleute setzen. Diese sollen von einem Externen, einer sogenannten Nachrichtendienstlichen Verbindung (NDV) geschult werden. Für das Know-how dieser Quelle soll der BND viel Geld bezahlt haben.

Insgesamt soll die technische Aufrüstung des BND bis 2020 etwa 300 Millionen Euro kosten.