Studienkredite Deutsche Bank greift Studenten in die Tasche

Wer sich sein Studium über einen Kredit finanzieren möchte, sollte genau hinsehen: Die Spannbreite der Zinssätze bei Studienkrediten ist groß. Am günstigsten ist das Angebot einer staatlichen Bank.

Von Manuel Heckel

Wer einen Studienkredit aufnimmt, muss damit rechnen, bis zu 3400 Euro draufzuzahlen. So groß ist die Spanne zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot. Das ergaben Berechnungen der Stiftung Warentest. Die Verbraucherschützer verglichen dafür die Rückzahlungen, die ein Student stemmen muss, wenn er sich über drei Jahre lang monatlich mit 300 Euro helfen lässt.

Teures Studium: Die Zinssätze für Studienkredite unterscheiden sich von Bank zu Bank deutlich.

(Foto: dpa)

Das günstigste Angebot stammt von der staatlichen Förderbank KfW mit einem Zinssatz von 3,72 Prozent. Am teuersten lässt sich die Deutsche Bank den Zuschuss zum Studentenleben bezahlen - sie veranschlagt 7,73 Prozent. Nur noch die DKB mischt als privater Anbieter in diesem Geschäft mit, ansonsten halten besonders Sparkassen regionale Angebote bereit. Generell sollte ein Studienkredit der letzte Ausweg sein, rät Kay Görner von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Man sollte immer vermeiden, sich zu überschulden."

Seit etwa fünf Jahren gibt es Studienkredite. Die Banken reagierten so auf die Einführung der Studiengebühren in derzeit fünf Bundesländern. Vor allem vielen Bachelor-Studenten fällt es zunehmend schwer, einen Nebenjob im engen Zeitplan unterzubringen. Das Angebot kommt an: Etwa 100.000 Studenten in Deutschland nutzen ein Studentendarlehen, die Zahl hat sich in den vergangenen vier Jahren verdoppelt. Alternativen können Darlehen über die Studentenwerke sein, die etwa in der stressigen Zeit vor dem Examen aushelfen. Einige landeseigene Förderbanken bieten an, die Studiengebühren vorzufinanzieren und überweisen das Geld direkt auf die Konten der Hochschulen.

"Wichtig ist es, den Kredit so knapp wie möglich zu kalkulieren", sagt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest. Der Bedarf kann abhängen von Bafög-Zahlungen, Zuschüssen der Eltern - oder ganz profan vom Studienort. Alleine bei der Miete schwanken die studentischen Ausgaben zwischen 348 Euro in München und 210 Euro in Chemnitz.

Sollte sich der Geldbedarf während der Studienzeit ändern, ermöglichen die meisten Kreditgeber eine Anpassung des monatlichen Zuschusses. Bei dem KfW- Studentenkredit etwa kann die Summe immer zum Semesterstart im April oder Oktober verändert werden.

Verbraucherschützerin Backofen rät vor Vertragsabschluss immer zu einer sorgfältigen Prüfung: "Man kann da nicht am ersten Studientag in die Bank marschieren und geht mit Summe X direkt wieder raus." Sonst könnten böse Überraschungen drohen: Manche Banken ziehen die Zinszahlungen bereits im Laufe der Auszahlung ab - wer 300 Euro pro Monat erwartet, bekommt plötzlich nur noch 250 Euro überwiesen.

In manchen Fällen werden auch Abschlussgebühren fällig. Die KfW, die keine eigene Filialen hat, stellt Studenten zum Start 238 Euro in Rechnung, weil die Abwicklung über Partnerbanken läuft. Bei der Deutschen Bank dagegen soll sich, wie es in der Werbung so schön heißt, Leistung lohnen: Für Studenten oder Abiturienten mit einem Notenschnitt besser als 2,0 wird der Darlehenszins um einen Prozentpunkt gesenkt.

Die Rückzahlung des Darlehens beginnt bei den getesteten Banken spätestens zwei Jahre nach Ende des Studiums - egal, ob aus dem Studenten ein gut verdienender Berufseinsteiger geworden ist oder nicht. Die Banken verweisen auf "individuelle Lösungen" bei Finanzproblemen - das kann eine Stundung der Rückzahlung sein oder eine reduzierte Rate. "Ein Risiko geht man mit einem Studienkredit immer ein", sagt Verbraucherschützerin Backofen.