Studienfinanzierung Wie viel dürfen Studenten während der Vorlesungszeit arbeiten?

Sie jobben als Hiwi, als Aushilfe im Büro oder in der Fabrik, als Kellner oder Nachhilfelehrer: Fast zwei Drittel der Studierenden sind erwerbstätig.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Wer nicht mitrechnet, stößt schnell an die zulässigen Grenzen - und zahlt drauf.

Fragen und Antworten von Ina Reinsch

Als Maria Thomas einen Studentenjob an der Akademie der Deutschen Medien angeboten bekam, überlegte sie nicht lange. "Elf Stunden Arbeit pro Woche auf Minijob-Basis - das hat für mich genau gepasst", sagt die 24-Jährige. Sie ist an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Masterstudiengang Buchwissenschaft eingeschrieben. Allein für ihr WG-Zimmer zahlt sie 575 Euro Miete im Monat. Obwohl sie von ihren Eltern unterstützt wird, funktioniert das ohne Zusatzverdienst nicht.

So wie Maria Thomas geht es den meisten Studierenden in Deutschland: 2,8 Millionen junge Menschen waren laut Statistischem Bundesamt im Wintersemester an deutschen Hochschulen eingeschrieben. 62 Prozent von ihnen sind erwerbstätig. Das ergab die letzte Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Mehr als die Hälfte jobbt nicht zum Vergnügen, sondern benötigt den Verdienst zur Finanzierung des Lebensunterhalts.

Am häufigsten arbeiten laut Sozialerhebung Studierende der Sonderpädagogik, 79 Prozent haben hier einen Job. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern sind es 63 Prozent, von den angehenden Juristen verdienen nur 52 Prozent nebenher Geld. Das Schlusslicht bilden die Humanmediziner (49 Prozent) sowie angehende Physiker und Astronomen (45 Prozent).

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"Die am meisten verbreiteten Nebenjobs sind nach wie vor Aushilfstätigkeiten, zum Beispiel in einer Fabrik, in einem Büro oder einer Kneipe", sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Doch nur mit Jobs und ohne elterliche Hilfe kommen die wenigsten über die Runden. "87 Prozent der Studierenden werden von ihren Eltern finanziell unterstützt, der Elternunterhalt ist die größte und wichtigste Säule der Studienfinanzierung, noch vor dem Nebenjob", sagt er. Erst nach der elterlichen Finanzspritze folgen der eigene Verdienst, Bafög oder Unterstützung von Verwandten und Bekannten. Hier die wichtigsten Hinweise für jobbende Studenten:

1. Wie viel dürfen Studierende während der Vorlesungszeit arbeiten?

Grundsätzlich dürfen sie so viel arbeiten, wie sie wollen. Wer parallel zum Studium einem Vollzeitjob nachgeht, bleibt trotzdem immatrikuliert. Die Anzahl der Arbeitsstunden hat aber Einfluss auf den sozialversicherungsrechtlichen Status. "Während der Vorlesungszeit darf ein Studierender maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten, um in der Sozialversicherung weiterhin als Student eingestuft zu werden. Er zahlt dann für sein Arbeitsentgelt keine Beiträge für die Krankenversicherung", sagt Michael Ihly von der Techniker Krankenkasse. Man spricht dabei auch vom sogenannten Werkstudentenprivileg.

Wer mehr jobbt, gilt dagegen als Arbeitnehmer und muss voll in die Sozialversicherung einzahlen. "Mehrere Beschäftigungsverhältnisse werden dabei für die Grenze der Versicherungsfreiheit zusammengerechnet", sagt Ihly. Von der 20-Stunden-Regel gibt es jedoch Ausnahmen: "Arbeitet der Studierende nur in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende, darf es auch mehr sein. Auch wenn der Job von vornherein auf nicht mehr als drei Monate befristet ist oder ausschließlich während der Semesterferien ausgeübt wird, dürfen Studenten mehr als 20 Stunden arbeiten."