Datenschutz bei Online-Kursen Knuffige Webseite, beeindruckende Zahlen, keine Transparenz

Bislang lässt Coursera die Universitäten nur an statistische und anonymisierte Nutzungsdaten, damit sie ihr Programm optimieren können. Den großen Datenschatz aber behalten die Amerikaner für sich.

Dort sind die Daten, abgesehen von ihrer Verwertung durch Coursera selbst, nicht immer sicher. Im letzten Jahr gelang es einem amerikanischen Professor, der einen Kurs auf Coursera angeboten hatte, ohne größere Schwierigkeiten große Bestände von Nutzerdaten herunterzuladen: ein riesiges Datenleck. Coursera besserte nach und versicherte anschließend, dass das Problem nun gelöst sei. Ist das so?

Zeit, sich den Anbieter, für den sich die großen deutschen Universitäten LMU und TU entschieden haben, genauer anzusehen. Im Internet ist eine knuffige Webseite zu sehen, bunte Bilder preisen die einzelnen Kurse an. Das Angebot: "Nimm die besten Kurse der Welt - online." Stolz ist man hier auf die tatsächlich beeindruckende Zahl von 16,5 Millionen Lernenden beziehungsweise Nutzern und auf das umfassende Angebot von knapp 1500 Kursen.

Die Transparenz endet jedoch, wenn die Fragen - insbesondere zum Datenschutz - kritisch werden. Eine umfangreiche Anfrage von NDR, SRF und SZ haben die Kalifornier bislang nicht beantwortet.

Die Zusammenarbeit zwischen der Ludwigs-Maximilian-Universität und Coursera basiert wie bei jeder Zusammenarbeit des Start-ups mit einer Universität auf einem Vertrag. Den darf die LMU Journalisten allerdings nicht zeigen, denn sie hat sich auf eine Geheimhaltungsklausel mit Coursera eingelassen. Als die Münchner bei ihrem Partner nachfragen, ob sie Journalisten wenigstens Auszüge zeigen dürfen, erhält die Uni bis zum Druck dieses Artikels keine Freigabe. Fast erweckt es den Anschein, als wolle Coursera nicht, dass das Thema Datenschutz überhaupt thematisiert wird.